Medizinklimaindex

Verfallen Hausärzte in Depression?

Die im Frühjahr noch gute Stimmung unter Hausärzten kippt: Rund ein Drittel rechnet mit wirtschaftlicher Verschlechterung.

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Daumen hoch oder runter? Hausärzte werden skeptischer, Fachärzte positiver, was ihre wirtschaftliche Lage betrifft

Daumen hoch oder runter? Hausärzte werden skeptischer, Fachärzte positiver, was ihre wirtschaftliche Lage betrifft

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Hamburg. Stimmungswandel bei Haus- und Fachärzten in Deutschland: Fachärzte blicken wieder positiver als noch im Frühjahr in die Zukunft, Hausärzte hingegen deutlich skeptischer. Insgesamt beschreibt die Hamburger Stiftung Gesundheit die Stimmung der niedergelassenen Ärzte zu ihrer persönlichen wirtschaftlichen Lage als „zurückhaltend“.

Die Stiftung stützt sich auf ihren halbjährlich erhobenen Medizinklima-Index (MKI), der mit einem Gesamtwert von -0,5 leicht aktuell unter dem Durchschnitt liegt. In den MKI-Wert fließen die Einschätzungen von Haus- und Fachärzten, Zahnärzten und psychologischen Psychotherapeuten über ihre aktuelle persönliche und die künftige wirtschaftliche Situation ein. Ihre aktuelle Lage bezeichnet ein Drittel der Befragten als gut, 54 Prozent als befriedigend und 13,4 Prozent als schlecht. Neun Prozent erwarten für die nächsten Monate eine günstige Veränderung ihrer wirtschaftlichen Lage, 29 Prozent rechnen mit Verschlechterung.

Die Gruppe der Hausärzte unterscheidet sich vom Gesamtdurchschnitt vor allem bei den Erwartungen. Nur 6,6 Prozent rechnen in den kommenden Monaten mit einer günstigeren Entwicklung, 36,8 Prozent dagegen mit einer Verschlechterung. Im Frühjahr hatten sich die Hausärzte mit einer positiven Stimmung (+5,0) noch stark vom Durchschnitt (-1,0) abgehoben. Jetzt liegen sie mit -7,2 weit unter dem Durchschnitt (-0,5). Gründe für diesen Stimmungswandel werden nicht erhoben.

Die Fachärzte dagegen schauen positiver als im Frühjahr in die Zukunft: Der MKI nur für die Fachärzte liegt zwar immer noch bei -0,7, hat sich aber im Vergleich zum Frühjahrswert (-7,1) deutlich verbessert. Noch immer erwarten 29,3 Prozent der Fachärzte eine Verschlechterung ihrer Lage und nur 10,7 Prozent eine Verbesserung. Ihre aktuelle wirtschaftliche Situation nennen aber rund 30 Prozent gut, fast 59 Prozent stabil und zwölf Prozent schlecht. (di)

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