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Berufshaftpflicht

Versicherer drücken sich um Kliniken

Neben Hebammen geraten jetzt Gynäkologen und Chirurgen, aber auch Kliniken und MVZ zunehmend in Versicherungsnot: Denn immer mehr Versicherer weigern sich, ihnen Haftpflichtpolicen anzubieten. Es drohen Zustände wie in den USA.

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Haftpflichtversicherung gesucht: Das gilt für immer mehr Kliniken, MVZ und Ärzte.

Haftpflichtversicherung gesucht: Das gilt für immer mehr Kliniken, MVZ und Ärzte.

© N-Media-Images/fotolia.com

HAMBURG (hf). Krankenhäuser und Ärzte in Fachrichtungen wie Gynäkologie, Humangenetik und Chirurgie haben es immer schwerer, eine bezahlbare Berufshaftpflichtversicherung zu finden. Das beklagte der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) in Hamburg.

"Die Zahl der Versicherer, die auch schwere Risiken und Fachrichtungen zeichnen, ist spätestens seit 2012 äußerst begrenzt", erläuterte Sven Erichsen, Geschäftsführer bei Aon Versicherungsmakler.

So habe sich die Axa aus der Versicherung von Krankenhäusern vollständig zurückgezogen. Hintergrund sei die erhebliche Verteuerung von schweren Personenschäden. Die Hebammen, deren Versicherungsprobleme breit durch die Presse gingen, stünden damit nicht allein.

Maklerin und VDVM-Vorstandsmitglied Adelheid Marscheider aus Eggolsheim spürte das bei einem ihrer Kunden, einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) mit 33 Ärzten, unter ihnen viele Humangenetiker.

"Die R+V-Versicherung kündigte einen Rahmenvertrag mit dem Bundesverband Deutscher Humangenetiker sehr kurzfristig zum 1. Juli 2012", erklärte Marscheider.

In USA häufig kein bezahlbarer Versicherungsschutz

Unter dieser Police habe das MVZ 20.000 Euro Prämie pro Jahr bezahlt. "Wir haben danach erfolglos versucht, bei einem deutschen Versicherer das Risiko neu zu decken", so Marscheider.

Auch Marktführer Allianz habe das MVZ abgelehnt. "Die Allianz hat mitgeteilt, sie versichert das Risiko nicht, würde sie es versichern, betrüge die Prämie mindestens 140.000 Euro", verdeutlichte Marscheider.

Anfragen im Londoner Versicherungsmarkt Lloyd's blieben gleichfalls ergebnislos. Schließlich fand die Maklerin die österreichische Donau Versicherung.

Die neue Jahresprämie: 72.000 Euro. "Manche Praxen stehen vor der Schließung, wenn sie keinen Versicherungsschutz finden", sagte Marscheider.

Laut Aon-Mann Erichsen gibt es in den USA bereits bestimmte ärztliche Fachrichtungen in ganzen Regionen nicht mehr, weil es keinen bezahlbaren Versicherungsschutz gebe.

"Auch bei uns ist der Wettbewerb zum Erliegen gekommen." Die Versicherer, die überhaupt noch aktiv seien, könnten sich die Risiken gezielt aussuchen.

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Kommentare
Dipl.-Med Wolfgang Meyer 20.09.201211:38 Uhr

Boykottieren solcher Gesellschaften!

Die Ärzteschaft hat sicher auch anderen Versicherungsbedarf! Die Gesell-
schaften der Versicherer, die solch ein Verhalten an den Tag legen, sollten spüren, daß sie von Ärzten auch in anderen Sparten (besonders LV)
nicht mehr "benötigt" werden!

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