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Qualitätsreport

Viele Frühchenstationen mit Versorgungsproblemen

Futter für die Krankenhausreformer: Ausgerechnet bei den versorgungsbedürftigsten Menschen, den Frühchen, zeigen sich Versorgungsprobleme in den Kliniken. Das geht aus dem aktuellen Qualitätsreport hervor, der heute vorgestellt wird.

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BERLIN. Stationen, die im Jahr weniger als 20 Frühchen betreuen, sorgen auffällig oft nicht dafür, dass bei der Geburt ein Pädiater anwesend ist. Mehr als die Hälfte der Krankenhausstandorte mit solch niedrigen Fallzahlen verfehlte dieses Qualitätsziel (167 von 314).

Das fordert, dass Pädiater bei Frühgeburten regelhaft anwesend sein sollten, um die sich anschließende spezialisierte Versorgung der Frühchen zu organisieren.

Qualitätsdefizite bei niedrigen Fallzahlen werden in der Selbstverwaltung seit geraumer Zeit diskutiert. Krankenhausstandorte mit mehr als 20 Fällen lassen ausweislich des Qualitätsreports nur in fünf Prozent Frühchen auch ohne anwesenden Pädiater zur Welt kommen. Es wird angenommen, dass Frühchen, die in Anwesenheit eines Pädiaters zur Welt kommen, höhere Überlebenschancen haben.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat bereits 2013 auf das seit Jahren bekannte Problem reagiert und die Struktur- und Prozessanforderungen an die Stationen erhöht. Ab 2017 muss auf Kinderstationen für jedes Frühchen eine Pflegekraft abgestellt werden.

Dr. Regina Klakow-Franck, beim GBA zuständig für die Qualitätssicherung, betont im Vorwort des Reports, dass die rechnerischen Auffälligkeiten nicht zwangsläufig auf Qualitätsdefizite schließen ließen. Sie würden mit den einzelnen Kliniken nun aufgearbeitet. Es gelte jedoch medizinisch sinnvolle Konzentrationsprozesse zu fördern.

Der Qualitätsreport ist der erste, der vom neuen Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) erstellt worden ist. Er enthält rund drei Millionen Datensätze von 1538 Krankenhäusern mit 1834 Standorten.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich ausweislich des Reports 45 der insgesamt 351 Indikatoren spürbar verbessert. In 21 Indikatoren zeigten sich deutliche Verschlechterungen. In sieben Bereichen zeigte sich besonderer Handlungsbedarf.

Diese sind: Herzschrittmacher-Revision, die Revision von implantierbaren Defibrillatoren, die Aortenklappenchirurgie, die Versorgung von Brüchen des Oberschenkelhalsknochens, die Hüftendoprothesenversorgung, die Mammachirurgie und die Geburtshilfe. (af)

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