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Zukunftsbranche Gesundheit

Vorbild Schweden: Unternehmer gesucht!

Wie findet eine Gesellschaft Ärzte, die das Ziel haben, sich in eigener Praxis niederzulassen? Schweden macht es vor. Das Land fördert gezielt Ärzte als Unternehmer.

Von Uwe K. Preusker Veröffentlicht:

Unternehmer zu sein, hat mittlerweile in Deutschland eher einen negativen Beigeschmack - im Gesundheitswesen allemal: Schlagworte wie "Gesundheit ist keine Ware" - Geld verdienen mit der Gesundheit ist "out" verdeutlichen dies.

Schweden geht derzeit den exakt entgegengesetzten Weg: Dort wird das Unternehmertum im Sozial- und Gesundheitswesen durch mehrere staatliche Programme gefördert und durch gezielte gesetzliche Anpassungen erleichtert.

Und: Unternehmer im Gesundheits- und Sozialbereich zu sein, hat heute in Schweden ein klar positives Image!

Frühzeitige Information über Möglichkeiten in allen Aus- und Weiterbildungsgängen

Ein wichtiger Teil dieser Unternehmer-Offensive der schwedischen Regierung ist die frühzeitige Information über die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen in allen Aus- und Weiterbildungsgängen des Gesundheitswesens: Junge Menschen, die in einem Gesundheitsberuf ausgebildet werden, sollen bereits in dieser Zeit ausreichend Informationen darüber erhalten was es bedeutet, später seinen Beruf nicht angestellt, sondern als selbstständiger Unternehmer auszuüben.

Und da gerade die Gesundheitsberufe besonders häufig von Frauen ausgeübt werden, ist dieses Programm gleichzeitig auch ein Förderprogramm für Frauen: Sie werden spezifisch angesprochen, informiert und unterstützt, wenn es darum geht, ein Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich zu gründen und zu betreiben.

Das dahinter liegende Problem kennen wir auch in Deutschland: Der Arztberuf wird immer weiblicher - in Schweden sind mittlerweile 43 Prozent der knapp 42.000 Ärzte weiblich. Und im Jahr 2010 waren von den insgesamt knapp 2000 neu approbierten Ärzten in Schweden 51 Prozent weiblichen Geschlechts.

Ziel: Mehr Frauen für eine unternehmerische Tätigkeit zu interessieren

Und die deutsche Erfahrung zeigt, dass dies unter anderem dazu führt, dass das Interesse an einer angestellten Tätigkeit deutlich zunimmt, während das Interesse an einer freiberuflichen Tätigkeit in eigener Praxis gleichzeitig sinkt.

Hier setzt das schwedische Programm an - und zwar nicht nur bei Ärztinnen, sondern in allen Gesundheitsberufen. Das Ziel: mehr Frauen für eine unternehmerische Tätigkeit zu interessieren und ihnen gezielt beim Einstieg ins Unternehmertum zu helfen.

Privatunternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen in Schweden gestiegen

Gleichzeitig fördern die Schweden so auch die Gesundheitsbranche als wichtigen Arbeitgeber in der Gesamtwirtschaft, denn privat geführte Unternehmen haben im ursprünglich öffentlich dominierten schwedischen Gesundheitssystem eine immer wichtigere Rolle auch bei der Beschäftigung übernommen: So stieg die Zahl der privaten Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen in Schweden von rund 5000 im Jahr 1993 auf aktuell rund 14.000 - eine Entwicklung, die sich auch in einer deutlich wachsenden Zahl an Beschäftigten in diesem Bereich widerspiegelt.

Und: Die jährliche Steigerungsrate der privaten Unternehmen im Gesundheits- und Sozialbereich liegt seit 2008 bei über zehn Prozent.

Förderprogramm läuft bis Ende 2013

Das gegenwärtige schwedische Förderprogramm läuft bis Ende 2013 - dann soll Bilanz gezogen werden. Derzeit spricht vieles dafür, dass die Förderung des Unternehmertums ein Erfolgsmodell ist.

Das Geheimnis des Erfolges: Informationen zum Unternehmertum schon während der Ausbildung, gezielte Förderprogramme für junge Unternehmerinnen und Unternehmer im Gesundheits- und Sozialbereich, steuerliche Förderung während der ersten Jahre - und die Förderung eines positiven öffentlichen Images des Unternehmertums im Gesundheitswesen!

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