Hohe Energiekosten

Viele Kliniken steuern auf Zahlungsunfähigkeit zu

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft erwartet für die Kliniken in Deutschland für 2022 einen durch steigende Energiekosten verursachten Fehlbetrag von rund vier Milliarden Euro.

Veröffentlicht:

Hamburg. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat ihre Forderung nach einem Inflationsausgleich bekräftigt. 96 Prozent der Kliniken könnten ihre Kosten nicht mehr aus den laufenden Einnahmen decken, sagte der Vorsitzende Dr. Gerald Gaß am Montag in Hamburg. Allein die gestiegenen Energiekosten brächten Kliniken an den Rand der Zahlungsunfähigkeit.

Ein durchschnittliches Krankenhaus verbrauche fünf Millionen Kubikmeter Gas pro Jahr, so viel wie etwa 3000 Einfamilienhäuser. Im kommenden Jahr müsse eine solche Klinik über sechs Millionen Euro mehr für Gas und Strom bezahlen. Auf alle deutschen Krankenhäuser hochgerechnet, wäre das laut DKG ein Fehlbetrag von rund vier Milliarden Euro.

Vielen Krankenhäusern droht Insolvenz

Die Gesellschaft befürchtet, dass Krankenhäuser in die Insolvenz gehen könnten. Die Hamburger Kliniken seien ebenso von den Kostensteigerungen betroffen, sagte der Vorsitzende der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, Joachim Gemmel. Ob einem der gut 30 Häuser in Hamburg bereits die Insolvenz droht, konnte er nicht sagen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte Anfang September ein Hilfspaket angekündigt. „In dieser Energie- und Inflationskrise lassen wir unsere Krankenhäuser nicht im Stich und werden sie über den Herbst und über den Winter bringen“, sagte der SPD-Politiker in der Haushaltsdebatte im Bundestag.

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Kommentare
Dr. A. Constantin Rocke 26.09.202218:26 Uhr

Da kann Herr Lauterbach jede Praxis miteinbeziehen, denn die 2% decken die Kostensteigerung nicht im Geringsten.

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