Bundesverband Gesundheits-IT

Zur Corona-Krise gibt es für Ärzte viel Digitales kostenlos auf Probe

Die Corona-Pandemie gibt der Digitalisierung Rückenwind. Viele Telemed-Anbieter locken derzeit mit besonderen Offerten. Ein Überblick.

Von Sybille Cornell Veröffentlicht: 22.04.2020, 11:27 Uhr
Zur Corona-Krise gibt es für Ärzte viel Digitales kostenlos auf Probe

Zahlreiche Anbieter telemedizinischer Anwendungen haben bereits vorhandene Services um Anforderungen aus dem aktuellen Corona-Infektionsgeschehen erweitert.

© © NicoElNino / Getty Images

Neu-Isenburg. Als Antwort auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie haben zahlreiche Anbieter telemedizinischer Anwendungen bereits vorhandene Services um Anforderungen aus dem aktuellen Infektionsgeschehen erweitert und stellen sie verbilligt oder sogar kostenlos zur Verfügung. Damit können Praxen solche Anwendungen mit geringem Aufwand auf Alltagstauglichkeit testen, wie die Ärzte Zeitung bereits berichtet hat.

Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) hat die Angebote seiner Mitglieder in einer Übersicht zusammengefasst und listet folgende KBV-zertifizierte Videosprechstunden auf.

  • Medatixx-Kunden können das Tool x.onvid von Patientus derzeit für sechs Monate kostenfrei nutzen.
  • Die samedi Videosprechstunde kann bis zum 30. Juni 2020 kostenlos genutzt werden.
  • Auch Doctolib bietet kostenlos eine Videosprechstunde an. Die Buchung erfolgt hierfür direkt über die Doctolib-App.
  • Das teamplaymyCareCompanion von Siemens Healthineers konzentriert sich auf die telemedizinische Betreuung chronisch kranker Menschen. Hierzu werden Vitalparameter zur Kontrolle via App übermittelt.
  • Auch CompuGroup Medical (CGM) ermöglicht Ärzten bis auf Weiteres, ihre Videosprechstunde gebührenfrei zu erproben. Die Nutzung soll automatisch nach einem noch von CGM festzulegenden Zeitraum enden. Eine Home-Office-Lösung für Arztpraxen ist zudem das Telemed Mobile Praxis Center der CompuGroup. Hierbei überträgt ein USB-Stick mit Software für die Praxisverwaltung diese in das Homeoffice. Das Angebot ist bis zum 30. Juni 2020 kostenlos.
  • Darüber hinaus könnten niedergelassene Fachärzte aber auch kostenlose Angebote von Nicht-bvitg-Mitgliedern wie zum Beispiel Jameda interessieren.

Und noch weitere Angebote werden Ärzten laut bvitg derzeit in Sachen Digitalisierung gemacht: Für die Anforderungen der Patientenflusssteuerung in Testzentren wird der Doctolib-Kalender angeboten. Apenio bietet Gesundheitseinrichtungen eine Software zum Management von Infektionsfällen, Nexus/Swisslab hat seinen Service zur SARS-CoV-2-Diagnostik in Laboren ergänzt. ID Berlin erweiterte seine Software zu Dokumentation und Controlling von COVID-19-Fällen, Siemens Healthineers unterstützt Gesundheitsbehörden (Gesundheitsämter oder Testzentren) mit einem COVID-19 Monitoring Service bei der Betreuung und dem Management von Personen in Quarantäne.

Für Krankenhäuser wurden vorhandene IT-Lösungen speziell für die Anforderungen der Covid-19 Verdachtsfälle und -patienten angepasst. Insbesondere geht es hierbei um die Erweiterung der Erregerkataloge um Sars-CoV-2 und die Voraberfassung und Registrierung von Verdachtsfällen. Dies betrifft die folgenden Krankenhausinformationssysteme von bvitg-Mitgliedern:

  • Orbis von Agfa Healthcare
  • KIS von Nexus
  • CGM Clinical von CGM
  • Clinixx von AMC
  • M-KIS von Meierhofer
  • Sowohl mit dem IPSS Patiententracking von Cerner, sowie auch bei dem Add.On von IS-H kann nachvollzogen werden, mit welchen Personen ein Patient im Krankenhaus Kontakt hatte.

Die Spracherkennungslösung Dragon Medical von Nuance Communications unterstützt medizinisches Personal bei der klinischen Dokumentation. Mit der App ConnectedCare von Bewatec können Kliniken ihre Patienten über Maßnahmen und Änderungen des Klinikablaufes informieren.

Für Bürger, die eine Infektion befürchten, haben bvitg-Mitglieder außerdem Informationstools entwickelt: Hierzu zählen beispielsweise die CovApp von Data4Life oder die Webseite SelbstAnamnese.de des auf Pflege-IT spezialisierten NursIT Institute.

Eine weitere Sammlung von Informationen zu telemedizinischen Lösungen findet sich beim Health Information Hub (hih) des Bundesgesundheitsministeriums. In der Tabelle des hih werden insgesamt 22 Angebote aufgelistet. Zudem wird angegeben, welche Produkte bereits zertifiziert sind, ob sie abrechenbar sind, ob eine Kommunikation auch in Gruppen möglich ist, welche Lizenzen erforderlich sind und welche Preise in der aktuellen Situation gelten.

Die Dienste sind zumeist ohne große Vorkenntnisse, Hardware-Investitionen oder sonstiges technisches Know-how in den Praxis-Alltag zu integrieren. Alle Anwendungen erfordern ausschließlich eine Internetverbindung sowie einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher.

Wie die KBV am 8. April berichtete, haben allein im März dieses Jahres 19 . 500 Praxen einen Videodienstanbieter ausgewählt. Damit hat sich die Anwender-Zahl im Vergleich zum Februar verzehnfacht. (syc)

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