Kommentar zur Digitalisierung

eAU mit Schonfrist – ein überfälliger Schritt

Die jetzt getroffene Übergangsregelung für die eAU war überfällig. Sie ändert aber nichts an dem hohen Tempo der Digitalisierung, auf das sich Praxen einstellen müssen.

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Es lag in der Luft und wurde auch höchste Zeit: Die Einigung auf eine Übergangsregelung für die elektronische AU-Bescheinigung nimmt für Vertragsärztinnen und -ärzte ein bisschen Druck aus dem Kessel, und das ist auch gut so.

Immer wieder erreichten in den vergangenen Wochen Hilferufe aus Praxen über fehlende Updates der Praxis-EDV die Redaktion – sogar noch für die Nutzung von KIM-Diensten. Klagen über überlastete und überforderte Hotlines der Hersteller gab es ebenfalls, und die E-Arztausweise der zweiten Generation haben auch längst noch nicht alle Praxen zur Verfügung.

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Per Knopfdruck einen der gängigsten Vorgänge in der Kassenmedizin abzustellen und einen komplett neuen Prozess für jährlich 75 Millionen Formulare aufzusetzen: Das konnte trotz der bereits erfolgen Verschiebung um neun Monate eigentlich nur schiefgehen. Zumal der neue Ablauf bis heute noch nicht live getestet worden ist.

Die Übergangsfrist darf nun natürlich nicht zum Anlass werden, die Hände in den Schoß zu legen. Denn dann könnte in drei Monaten das Gesundheitswesen vor derselben Situation stehen wie heute.

Nein, der Druck bleibt trotz allem hoch: Die Vertragsärzte, die Softwarehäuer und auch die Körperschaften – KVen und Krankenkassen – stehen im Zuge der Digitalisierung vor allem von Muster 1 (eAU) und Muster 16 (E-Rezept) vor echten Umwälzungen, die den Beteiligten vieles abverlangen werden – und das während der Bewältigung der Pandemiefolgen.

Daher: Wer bereits die Möglichkeit hat, die Abläufe auf die eAU umzustellen, sollte nicht zögern, auch wenn das Neue erst einmal Mühe macht. So lange zu warten, bis keine Wahl mehr besteht, lässt am Ende nur den Berg immer höher wachsen, der vom Praxisteam bei der Umstellung zu bewältigen ist.

Schreiben Sie dem Autor: hauke.gerlof@springer.com

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