Ärzte Zeitung, 08.03.2005

GASTKOMMENTAR

Inkontinenz kann man verhüten!

Von Mathias Löhnert

Eine anale Inkontinenz ist für Betroffene ein besonders gravierendes Problem. Vor allem Frauen sind mit 80 Prozent am häufigsten betroffen. Doch viele Patienten sprechen aus Scham von sich aus das Problem nicht an. Das ist deshalb fatal, weil es Therapie-Möglichkeiten wie Beckenbodentraining oder Sphinkter-Rekonstruktionen gibt.

Entscheidend ist, daß Betroffene so schnell wie möglich therapiert werden und nicht erst nach 30 Jahren. Bei frühzeitiger Behandlung ist oft sogar eine restitutio ad integrum möglich. Sonst bleibt eben oft nur der Anus praeter oder jetzt das Analband.

Einen ganz entscheidenden Anteil an der Verhütung von klinisch manifester Inkontinenz haben Hausärzte und Gynäkologen. Der verbreitete Glaube, der Sphinkter wird eben im Alter schwächer, und Frauen werden eben im Alter inkontinent, da kann man nichts machen, ist falsch.

Fragen Sie gezielt auch jüngere Frauen nach der Geburt und vor allem auch ältere, ob sie Schleim oder Stuhl etwa beim Husten oder Heben verlieren. In diesem Fall sollten rasch Untersuchungen wie Endosonographie gemacht werden.

Privatdozent Mathias Löhnert ist Chefarzt der Chirurgischen Klinik der Städtischen Klinik Rosenhöhe in Bielefeld.

Lesen Sie dazu auch:
Analband - eine neue Option für Inkontinente

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