Ärzte Zeitung, 08.02.2005

Genom eines nützlichen Keims entschlüsselt

GÖTTINGEN (ple). Forscher am Laboratorium für Genomanalyse der Uni Göttingen haben jetzt das Genom des Bakteriums Gluconobacter oxydans entschlüsselt. Damit werden die Möglichkeiten für die biotechnische Nutzung des Bakteriums deutlich verbessert.

Fast 90 Prozent der Nukleinsäure-Sequenzen des Bakteriums enthalten Baupläne für Eiweißmoleküle (Nature Biotechnology Online). Wie die Universität mitteilt, besitzt das Bakterium etwa 2700 Gene, allein 80 Gene für Dehydrogenasen. Diese Enzym setzen Zuckermoleküle in biotechnisch interessante Varianten um und ermöglichen es den Bakterien, in hochkonzentrierten Glukoselösungen zu überleben.

Gluconobacter, ein Gram-negatives, auf Sauerstoff angewiesenes und auf Blumen und Früchten lebendes Bakterium, wird unter anderem für die Produktion von Vitamin C genutzt. Außerdem synthetisiert es 6-Amino-L-Sorbose, das für die Herstellung des Antidiabetikums Miglitol benötigt wird.

Die Forschungsarbeiten der Göttinger Wissenschaftler erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Genomforschung an Bakterien (GenoMik).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »