Gen bestimmt, ab wann Arznei wirkt

Wissenschafter vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München haben eine Genvariante entdeckt, die den Wirkungseintritt von Antidepressiva bestimmt. Dies könnte erklären, warum ein Teil der depressiven Patienten auf Medikamente gar nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung anspricht.

Veröffentlicht:

Nur 40 bis 60 Prozent der Patienten sprechen auf das zuerst verabreichte Medikament an. Außerdem setzt die Wirkung zum Teil erst nach sechs Wochen ein, wie Dr. Susanne Lucae aus München in Berlin berichtete. Vermutlich bestimmen genetische Faktoren die Wirksamkeit der Medikamente.

So fanden die Münchner Psychiater bei Patienten, deren Medikament bereits in der ersten Therapiewoche wirkte, eine Variante des FKBP5-Gens. Dieses Gen steuert die Empfindlichkeit des Glukokortikoid-Rezeptors.

"Depressive Patienten mit der FKBP5-Genvariante sprechen zwar schneller auf die Therapie an, haben aber im Vergleich zu anderen häufiger depressive Episoden", so Lucae. Die Genmutation bestimme offenbar nicht nur den Wirkungseintritt der Medikamente, sondern auch den langfristigen Verlauf der Erkrankung.

"Im Prinzip bedeutet das für Patienten mit der auffälligen Genvariante, das sie zwar schneller gesund werden, aber auch ein höheres Risiko für erneute Depressionen haben", so Lucae. In Studien sollte somit die FKBP5-Variante berücksichtigt werden. (grue)

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Asthma, COPD und Co.

Acht Fehler bei der Inhalationstherapie – und wie es richtig geht

Lesetipps
Diabetischer Fuß mit Ulkus

© Brauer / stock.adobe.com

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Eine Blutprobe zur Bestimmung von vier kardiovakulären Schlüsselmarkern.

© Henrik Dolle / stock.adobe.com

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist