Ärzte Zeitung, 24.01.2012

Kommentar

Adipositas-Op mit vielfältigem Nutzen

Von Wolfgang Geissel

Adipositas ist keine Charakterschwäche, sondern eine schwere Krankheit, und Betroffene müssen lebenslang behandelt werden. Wegen Folgekrankheiten ist bei morbider Adipositas (BMI über 40) die Lebensqualität extrem reduziert und die Lebenserwartung verringert.

Die einzig realistische Chance für die allermeisten Betroffenen, massiv an Gewicht zu verlieren, ist ein chirurgischer Eingriff mit Magenverkleinerung.

Nach den Eingriffen schmilzt nicht nur das Körpergewicht dahin, es werden nach Studiendaten auch das kardiovaskuläre Risiko reduziert sowie Diabetes, Fettleber und Arthrose gelindert.

Die Operationen sind allerdings nur erfolgreich, wenn sich eine gute Nachsorge anschließt. Betroffene müssen sich mit einem winzigen Restmagen vollwertig ernähren lernen. Oft ist eine psychische Betreuung der oft seit der Kindheit stigmatisierten Menschen nötig.

Noch gibt es nur wenige spezialisierte Zentren für Therapie und Nachsorge. Und auch weil die Finanzierung der Eingriffe in Deutschland nicht gesichert ist, sind stark adipöse Menschen unterversorgt.

Das sollte sich ändern: Nach ersten Hinweisen ist ein solches Konzept bei Adipositas kosteneffektiv, weil Folgekrankheiten gelindert oder vermieden werden.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Magen-Op schützt vor Infarkt-Tod

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