Ärzte Zeitung, 07.04.2010

Drei Strategien gegen Pollenallergie

Allgemeinmaßnahmen, symptomatische Behandlung und spezifische Immuntherapie ergänzen sich

NEU-ISENBURG (ikr). Nicht nur Hasel- und Erlenpollen, auch Birkenpollen machen Allergikern jetzt wieder zu schaffen. Wichtig ist, bei Betroffenen den Übergang zu Asthma früh zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Drei Strategien gegen Pollenallergie

Jetzt fliegen die Pollen wieder. Für Allergiker ist der Frühling nicht unbedingt die schönste Jahreszeit. © imagebroker / franke / imago

In diesem Jahr gibt es zwei Besonderheiten in puncto Pollenflug: Aufgrund des langen Winters werden Hasel-, Erlen- und Birkenpollen nun praktisch gleichzeitig kommen. Und 2010 ist ein Mastjahr für die Birken, das heißt sie werden in diesem Jahr besonders viele Pollen freisetzen.

Es gibt wirksame Allgemeinmaßnahmen zum Schutz vor Pollen. Dazu gehört es etwa, die Fenster im Schlafzimmer geschlossen zu halten, sich nicht im Schlafzimmer auszuziehen, um die an der Kleidung haftenden Pollen nicht zu verstreuen oder vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen. Aber solche Maßnahmen bieten nur begrenzten Schutz vor Pollen, sagte Professor Hans Merk, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA), zur "Ärzte Zeitung". Die wirksamste Therapie sind nach seinen Angaben kortisonhaltige Nasensprays, weil sie vor allem auch die Nasenverstopfung beseitigen. Bei Bedarf sollten auch Antihistaminika angewendet werden, um etwas gegen die gleichzeitig bestehende Konjunktivitis zu tun. Dabei sollten jedoch neuere Antihistaminika, also die der zweiten Generation bevorzugt werden, etwa Levocetiricin oder Desloratadin, empfiehlt Merk. Denn diese hätten keinen oder nur einen geringen sedierenden Effekt.

"Klagen Patienten außer über die typischen Nasen- und Augensymptome auch über Hustenreiz, ist das ein erstes Zeichen für einen Etagenwechsel hin zu Asthma" so Merk. Solche Patienten benötigten dann auch Asthmamedikamente mit früher antientzündlicher Therapie.

Der ÄDA-Präsident plädiert außerdem für eine spezifische Immuntherapie (SIT) bei Pollenallergie: "Wir wissen, dass der therapeutische Effekt vor allem bei der klassischen subkutanen Immuntherapie über den Behandlungszeitraum hinaus anhält und das Asthma-Risiko verringert". Eine SIT lohne sich auch bei älteren über 50 Jahre alten Patienten.

Informationen zum aktuellen Pollenflug: www.pollenstiftung.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »