Ärzte Zeitung, 03.05.2005

Immer seltener müssen Patienten wegen Asthma-Anfällen in eine Klinik

Vorsitzender der Atemwegsliga plädiert für Engagement bei Lungensport-Gruppen

NEU-ISENBURG (mal). In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Klinikaufenthalte aufgrund von Asthma deutlich zurückgegangen. Und obwohl - wie berichtet - in Westeuropa noch jede Stunde ein Patient an Asthma stirbt, ist insgesamt auch die Zahl der Asthma-bedingten Todesfälle gesunken. Das sollte motivieren, noch bestehende Defizite engagiert anzugehen, so Professor Heinrich Worth aus Fürth aus Anlaß des heutigen Welt-Asthma-Tages.

Patienten trainieren in einer Lungensport-Gruppe. Noch gibt es viel zu wenige solcher Sportgruppen in Deutschland. Foto: AG Lungensport in Deutschland e.V.

"Wir haben in Krankenhäusern kaum noch Patienten mit schweren Asthma-Anfällen", so Worth, Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga, zur "Ärzte Zeitung". Die Zahl der Todesfälle infolge von Asthma sei ebenfalls deutlich gesunken. Ganz grob, so faßt es Worth zusammen, habe es 1990 in Deutschland etwas über 6000 Asthma-Tote gegeben.

"Jetzt liegen wir bei etwa 4000 pro Jahr - wobei die Asthma-Inzidenz gestiegen ist." Dies sei ein Folge der besseren Versorgung von Asthma-Kranken.

Inhalative Steroide stabilisieren Asthma-Patienten

Einen wichtigen Beitrag zur besseren Versorgung leistet für Worth die verstärkte Nutzung der inhalativen Kortikosteroide. Diese Therapie, erinnert er, sei ja wesentlich für die Stabilisierung des Asthmas.

Ein verstärktes Engagement wünschte sich Worth etwa bei den Lungensport-Gruppen. Hier seien auf allen Ebenen - auch bei Ärzten und Patienten, noch zu wenig treibende Kräfte vorhanden. Zwar gebe es statt der höchstens 135 registrierten Lungensport-Gruppen zur Jahrtausendwende jetzt etwa 450 solcher Sportgruppen.

Für eine flächendeckende Versorgung der Lungenkranken müßten es aber einige tausend, nämlich 3000 bis 4000 Sportgruppen sein. Die Zahl der Herzsport-Gruppen liege in Deutschland im Vergleich dazu mittlerweile bei etwa 6000.

Für Patienten mit COPD sei dabei Lungensport noch wichtiger als für Asthma-Kranke, erinnert Worth. "Durch das regelmäßige Training wird ihre Lebensqualität deutlich besser, auch und gerade deshalb, weil sie dann einfach wieder zum Supermarkt gehen können oder die Treppe raufkommen, um die Nachbarn oder die Verwandten zu besuchen."

Es sei auch erwiesen, erinnert Worth, daß durch regelmäßige Aktivität auch in diesen Lungensport-Gruppen zum Beispiel Klinik-und Reha-Aufenthalte sowie Notfall-Behandlungen bei Lungenkranken seltener nötig würden.

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