Direkt zum Inhaltsbereich

Lehrer haben erhebliche Wissenslücken, wenn es um Asthma geht

Veröffentlicht:

Die Asthmaprävalenz unter Schulkindern beziffern Experten mit rund zehn Prozent. Statistisch müßte damit jeder Lehrer pro Klasse mit durchschnittlich zwei bis drei Asthmatikern konfrontiert sein.

Dennoch können Kollegen nicht davon ausgehen, daß Pädagogen Kenntnisse zum Umgang mit betroffenen Kindern haben. Eltern und Kinder sollten also gut über die Krankheit Bescheid wissen, um gegebenenfalls Lehrer informieren zu können.

Denn aktuelle Umfragen offenbaren hier erhebliche Wissenslücken mit möglicherweise nachteiligen Konsequenzen für die von Asthma betroffenen Schüler, sagte Dr. Rüdiger Szczepanski vom Kinderhospital Osnabrück auf einem Symposium von ratiopharm.

Zwar ist das Wissensdefizit in Deutschland inzwischen wohl nicht mehr ganz so schlimm wie im London des Jahres 1990, wo noch 39 Prozent der in 98 Grundschulen befragten Lehrer angegeben hatten, sie würden das Mitführen eines Asthmasprays im Unterricht verbieten. Doch auch heute wissen nur wenige Lehrer, was etwa bei einem akuten Asthmaanfall zu tun ist.

Bei einer 2001 von Szczepanski und Mitarbeitern vorgenommenen Befragung von 483 Lehrern aus allgemeinbildenden Schulen im Raum Osnabrück gaben lediglich vier und fünf Prozent an, an einer Asthmaschulung oder an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen zu haben, in dem auch die Asthma-Akutversorgung Thema war.

In einer forsa-Umfrage in diesem Jahr wurden deutschlandweit 300 Sportlehrern telefonisch asthmarelevante Fragen zu ihrem Fach gestellt. 65 Prozent bezeichneten sich zum Thema Asthma und Sport als überhaupt nicht (14 Prozent) oder nicht gut (51 Prozent) informiert.

Immerhin wußten 90 Prozent der Befragten, daß es bei Asthmatikern sinnvoll ist, bei beginnenden Beschwerden im Sportunterricht die Belastung zu unterbrechen. Und 77 Prozent war klar, daß mit regelmäßigen Belastungspausen einem Anstrengungsasthma vorgebeugt werden kann. 67 Prozent kannten den gleichen Nutzen eines Intervall-Aufwärmtrainings.

Dieses Wissen nützt aber wenig, wenn man seine Asthmatiker gar nicht kennt. Denn nur 36 Prozent aller Befragten glaubten, schon mal einen Schüler mit Asthma in ihrem Sportunterricht gehabt zu haben.(wst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt