Gute Asthma-Therapie ermöglicht ein nahezu normales Leben

SAN FRANCISCO/MÜNCHEN (wst). Die Asthma-Therapie soll sich gemäß der neuen internationalen GINA-Leitlinie nach dem Grad der Asthmakontrolle richten und nicht mehr nach dem Schweregrad der Erkrankung. Über den Nutzen dieser Strategie wurde auf dem Kongress der American Thoracic Society in San Francisco diskutiert.

Veröffentlicht:

Würden Asthmatiker streng nach dem Schweregrad der Erkrankung behandelt, werde die individuelle Situation der Patienten zu wenig berücksichtigt, sagte Professor Klaus F. Rabe vom Universitätsklinikum Leiden in den Niederlanden. Asthma sei eine Erkrankung, deren Schweregrad auch ohne Therapie von Tag zu Tag variieren könne.

Und bei erfolgreicher Therapie sei der zugrunde liegende Schweregrad der Erkrankung ohnehin verdeckt, so Rabe bei einer Live-Schaltung aus San Francisco zu einer Veranstaltung in München. Der aktuelle Zustand eines Patienten werde anhand des Grades der Asthmakontrolle zuverlässiger beurteilt.

Nach der aktualisierten GINA-Leitlinie lasse sich der Grad der Asthmakontrolle jetzt recht einfach beurteilen, so Rabe auf der vom Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung. Unterschieden werden lediglich drei Grade der Asthmakontrolle: kontrolliert, teilkontrolliert und unkontrolliert.

Als kontrolliert gilt ein Asthma nur dann, wenn

  • höchstens zweimal pro Woche tagsüber Symptome auftreten,
  • höchstens zweimal pro Woche eine Bedarfsmedikation benötigt wird,
  • die Alltagsaktivitäten durch das Asthma nicht beeinträchtigt sind,
  • nachts keine Symptome auftreten,
  • keine Exazerbationen auftreten und
  • die Lungenfunktion normal ist.

Ist das Asthma nur teilkontrolliert, sollte die Therapie optimiert werden. Das ist der Fall, wenn ein oder zwei der folgenden Merkmale vorliegen:

  • Mehr als zweimal pro Woche Asthmasymptome,
  • mehr als zweimal pro Woche Bedarfsmedikation notwendig,
  • asthmabedingte Aktivitätseinschränkungen,
  • nächtliche Symptome,
  • eine Lungenfunktion von weniger als 80 Prozent des Sollwertes,
  • mindestens eine Exazerbation pro Jahr.

Bei unkontrolliertem Asthma muss die Therapie umgestellt werden. Das ist nötig, wenn Patienten drei oder gar mehr der zuvor beschriebenen Merkmale aufweisen oder wenn sie mindestens einmal pro Woche eine Exazerbation haben.

Die neue Asthma-Leitlinie der Global Initiative for Asthma (GINA) steht im Internet unter: www.ginasthma.com



STICHWORT

GINA

GINA steht für "The Global Initiative for Asthma". Die Organisation arbeitet weltweit mit Beschäftigten im Gesundheitswesen zusammen - mit dem Ziel, die Asthma-Prävalenz, Morbidität und Sterberate zu reduzieren. Durch Initiativen wie Leitlinien zur Therapie will GINA dazu beitragen, das Leben von Asthmatikern zu verbessern. Gegründet wurde GINA 1993 in Zusammenarbeit mit dem National Heart, Lung, and Blood Institute und den National Institutes of Health in den USA sowie der WHO. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Von Nasenpolypen bis zum „Speiseröhrenasthma“

Bei schwerem Asthma Typ-2-Komorbiditäten mitbehandeln!

Neue Empfehlung

Zwei Biomarker werden bei Asthma zum Standard

Klimabewusste Inhalationstherapie

COPD: LAMA-LABA-Inhalatoren im Vergleich

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kontroverse um epidurale Injektionen

Spritzen an der Wirbelsäule: Welche Empfehlungen jetzt für die Praxis gelten

Lesetipps
Die Füße einer Leiche auf einem Bett, die Beine zugedeckt mit weißem Tuch.

© Afdal - stock.adobe.com

Ärztliche Pflichttätigkeiten

Zehn Praxis-Tipps für die Leichenschau

Patient bei einer CT-Untersuchung

© Peakstock / stock.adobe.com

Voraussetzungen für neue Kassenleistung

Lungenkrebs-Screening: Wie gut sind Praxen vorbereitet?

Eine Frau steht am Empfang einer Praxis und spricht mit einer Praxismitarbeiterin.

© auremar / stock.adobe.com

Hausarzt und Gebietsärztin im Interview

Hausarztvermittlungsfälle: Wo es hakt und wie es besser ginge