Ärzte Zeitung online, 02.06.2017

COPD

Auf diese Komorbidität sollten Ärzten achten!

Für die Diagnostik einer COPD stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung: Damit kann COPD einfach von Asthma unterschieden werden. Und: Ärzte sollten auf eine Komorbidität ganz besonders Acht geben.

Von Thomas Meissner

Auf diese Komorbidität sollten Ärzten achten!

Mediziner aufgepasst: COPD schlägt oft aufs Herz.

© Krishna Kumar / Hemera / Thinkstock

"Die Messung der Symptome mit validierten Fragebögen ist außerordentlich wichtig, auch wenn wir wenig Zeit haben", erklärte Professor Heinrich Worth beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Stuttgart. Zur Verfügung steht die mMRC (modified Medical Research Council)-Skala, mit der sich die Dyspnoe graduieren lässt.

Der CAT (COPD Assessment Test) enthält acht einfache Fragen, deren Antworten mit 0 bis 5 Punkten bewertet werden, der CCQ (Clinical COPD Questionnaire)Bogen zehn Fragen mit einer Skala von 0 bis 6. Ein CAT-Score von unter 10 und ein CCQ von unter 20 Punkten bedeutet, dass der Patient wenig symptomatisch ist.

In der Spirometrie liegt bei dem Quotienten FEV1/FVC (Einsekundenkapazität/forcierte Vitalkapazität) von unter 70 Prozent des Solls der Nachweis für eine Obstruktion vor. Künftig werde dieser Parameter wohl zunehmend vom LLN (Lower Limits of Normal)-Wert abgelöst werden, sagte Worth.

Erstmessung: Reversibilitätstest erforderlich!

Bei der Erstmessung soll auf jeden Fall ein Reversibilitätstest mit Bronchodilatatoren (Salbutamol, Ipratropiumbromid) vorgenommen werden. Die vollständige Reversibilität der Symptomatik spricht für Asthma.

Allerdings lasse sich aus dem Reversibilitätstest nicht ableiten, auf welche Medikamente der Patient dauerhaft ansprechen wird und ob die Reversibilität in gleicher Weise dauerhaft erhalten bleibt, betonte der Fürther Pneumologe.

Die Bodyplethysmographie ermöglicht es, außer der Obstruktion auch die Überblähung der Lunge zu messen und COPD-Patienten mit einem Emphysem zu charakterisieren. Indikationen zur Bodyplethysmographie sind etwa eine Diskrepanz zwischen FEV1-Wert und den Symptomen oder wenn Patienten keine auswertbaren maximalen Atemmanöver ausführen können.

COPD einfach von Asthma unterscheiden

Eine COPD von Asthma zu unterscheiden, gelingt meist anhand einfacher Kriterien: Für die COPD spricht der Beginn in der zweiten Lebenshälfte, die Patienten sind Raucher oder Ex-Raucher, sie klagen über Belastungsdyspnoe, Allergien sind selten.

Die Lungenobstruktion ist im Unterschied zu Asthma persistierend und weniger reversibel als beim Asthma. Die Asthma-typische bronchiale Hyperreaktivität kommt bei COPD-Patienten nur gelegentlich vor und das Ansprechen auf Kortikosteroide ist limitiert.

Kardiovaskuläres Risiko

Besonders wichtig ist noch die Evaluation der Komorbiditäten. Vor allem kardiovaskuläre Erkrankungen sind es, die gerade bei Patienten mit leicht- bis mittelgradiger COPD die Prognose bestimmen.

Daher soll proaktiv danach gefahndet werden. "Wenn die COPD als Diagnose gesichert ist, müssen wir auch dann, wenn der Patient keine Herzerkrankung angibt oder keine klare Symptomatik diesbezüglich hat, nach kardiovaskulären Erkrankungen suchen", so Worth in Stuttgart.

Wenn die COPD (...) gesichert ist, müssen wir auch dann, wenn der Patient (...) keine klare Symptomatik diesbezüglich hat, nach kardiovaskulären Erkrankungen suchen.

Professor Heinrich Worth, Fürth

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