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Bei Rhinosinusitis: Antibiotika nicht besser als Placebo

ST. LOUIS (BS/eis). Patienten mit akuter Rhinosinusitis sollten selbst bei bakterieller Ursache nur in Ausnahmen mit Antibiotika behandelt werden, heißt es in den Leitlinien. Eine aktuelle Studie stützt diese Empfehlung.

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Bei akuter Rhinosinusitis nützen Antibiotika nur selten.

Bei akuter Rhinosinusitis nützen Antibiotika nur selten.

© aceshot / fotolia.com

In der US-Studie wurden 166 Patienten mit eitrigem Nasensekret und Kiefer- oder Gesichtsschmerzen zehn Tage lang entweder mit täglich 1500 mg Amoxicillin oder Placebo behandelt (JAMA 2012; 307: 685). Patienten der Antibiotikagruppe wurden dadurch ihre Beschwerden nicht schneller los als Patienten der Placebogruppe.

Die mit einer Skala gemessenen Symptome (Sinonasal Outcome Test-16) besserten sich in beiden Gruppen gleichermaßen. Auch im Hinblick auf Arbeitsunfähigkeitstage, Rückfälle binnen 28 Tagen und Therapiezufriedenheit war das Antibiotikum dem Placebo nicht überlegen.

Selbst bei Risikofaktoren wie Rauchen, lang anhaltenden oder schweren Symptomen, früherer Sinusitis oder Asthma hatte das Antibiotikum keinen Nutzen. Die Antiinfektiva sollten daher nicht in dieser Indikation routinemäßige verordnet werden, auch wenn dies einige Patienten erwarteten, so die Forscher.

Sie merken an, dass die Diagnose "akute Rhinosinusitis" in der Studie anhand von klinischen Kriterien gestellt worden war. Dabei seien sogar strengere Kriterien angelegt worden als üblich, meinen die Forscher.

Antibiotika bringen daher Patienten mit akuter unkomplizierter Rhinosinusitis - wenn überhaupt - nur einen geringen Nutzen, ist das Fazit der Ärzte.

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Kommentare
Dr. Uwe Brinkmann 21.02.201211:01 Uhr

Ärgerlich engstirnige EBM-basierte Medizin !

Sorry, leider nur ärgerlich wenn so undifferenziert nach "evidence" untersucht wird.
Bekannt ist schon lange, daß 80-90 % aller Rhinosinusitiden viral bedingt sind. Wen wundert dann, wenn stumpf nach Diagnose "Rhinosinusitis" antibiotisch behandelt wird und nichts dabei herauskommt?
Hätte man aber das Kriterium bakteriell (differenziert nach primär oder sekundär)einbezogen und dann zeitgerecht zu dem Zeitpunkt behandelt, wo klinisch oder besser bakteriologisch gesichert eine bakterielle Infektion vorliegt, sind die Ergebnisse sicher (überraschenderweise?) andere!

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