Ärzte Zeitung, 20.04.2011

Bei Typ-2-Diabetes ist das Asthma-Risiko verdoppelt

Ein Typ-2-Diabetes geht nicht nur aufs Herz, sondern auch auf die Lunge. Besonders Frauen sind davon betroffen.

Bei Typ-2-Diabetes ist das Asthma-Risiko verdoppelt

Besonders bei Frauen mit Diabetes ist das Asthma-Risiko erhöht.

© ia_64 / fotolia.com

NEU-ISENBURG (ikr). Es lohnt sich offenbar nicht nur, bei Asthmatikern verstärkt auf Hinweise für Diabetes zu achten. Umgekehrt ist es auch wichtig, bei Typ-2-Diabetikern das erhöhte Asthmarisiko im Blick zu haben. Denn dieses ist aktuellen Studiendaten zufolge bei Typ-2-Diabetikern praktisch verdoppelt.

Erst vor kurzem hat eine US-amerikanische Studie mit rund 2400 Asthma-Patienten und 4.800 Kontrollpersonen ohne die chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung ergeben: Asthmakranke haben ein doppelt so hohes Risiko für Diabetes wie Nicht-Asthmatiker. Die Ergebnisse wurden bei der Jahrestagung der American Academy of Allergy, Asthma & Immunology in San Francisco vorgestellt (Abstract 293).

Jetzt hat sich in einer dänischen Studie mit mehr als 34.000 Zwillingen herausgestellt: Bei Männern mit Typ-2-Diabetes betrug das Asthma-Risiko rund 14 Prozent, hingegen bei den Nicht-Diabetikern nur knapp acht Prozent.

Selbst unter Berücksichtigung von Faktoren wie Lebensalter, Body Mass Index und Rauchen war das Asthmarisiko bei Diabetikern deutlich erhöht, und zwar um 70 Prozent. Bei den Frauen war es sogar um 88 Prozent erhöht: 17 Prozent der Diabetikerinnen und 10 Prozent der Nicht-Diabetikerinnen waren von der Atemwegserkrankung betroffen (Allergy 2011; 66: 562).

Bestätigt hat sich in der aktuellen Arbeit der bereits in vielen anderen Studien ermittelte Zusammenhang zwischen Übergewicht und Asthma. Auch in der dänischen Studie erwies sich Übergewicht zumindest bei Frauen als hochsignifikanter Prädiktor für Asthma.

Die dänischen Wissenschafter haben außerdem signifikante genetische Korrelationen zwischen Asthma und Typ-2-Diabetes gefunden. Sie vermuten nun eine gemeinsame Ätiologie für Asthma und Metabolisches Syndrom.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »