Ärzte Zeitung, 17.12.2014

Dermatologie

MOTT lässt Wunden schlecht heilen

Wer "Mykobakterien" hört, denkt zuerst an Mycobacterium tuberculosis. Weniger bekannte, aber immer wichtigere Problemkeime in der Dermatologie, sind MOTT (Mycobacteria other than tuberculosis).

MÜNCHEN. MOTT, auch als nichttuberkulöse Mykobakterien bezeichnet, sollten bei schlecht heilenden Wunden als Erreger in Betracht gezogen werden.

Sie sind in der Lage, ganz verschiedene Formen von Infektionen auszulösen, erläuterte Professor Cord Sunderkötter vom Universitätsklinikum Münster bei einem Fortbildungskongress in München.

Zu unterscheiden sind drei Typen:

Typ I: ein bis drei krustöse, verruköse und ulzerierte Plaques oder Knoten

Typ II: mehr als drei Knoten in sporotrichoider Ausbreitung oder entzündliche Abszesse oder Granuloma

Typ III: tiefe Infektionen (Tendosynovitis, Arthritis).

Besonders gefährdet sind Patienten unter einer Immunsuppression. Bei dringendem klinischen und anamnestischen Verdacht sollte die Therapie empirisch mit Clarithromycin begonnen werden.

Lässt sich MOTT nachweisen, wird das Antibiotikum für drei bis vier Monate gegeben. Möglich ist auch die Behandlung mit Rifampicin und Ethambutol über drei bis sechs Monate. Nach Heilung sollte die Therapie für ein bis zwei Monate fortgeführt werden, um Rezidive zu vermeiden.

Der diagnostische Nachweis von MOTT ist nicht einfach: So kann beim Nachweis in Blutkulturen die übliche Inkubationstemperatur von 36 Grad Celsius zu hoch sein.

Denn manche MOTT wüchsen nur bei 32 Grad Celsius, so Sunderkötter. Auch eine negative PCR schließe MOTT nicht sicher aus. "Sie ist nicht immer positiv!" (feb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weg frei für Groko-Gespräche – Schulz verspricht Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »