Prävention

Schützt Blutdrucksenkung auch vor Demenz?

Bei medikamentöser antihypertensiver Therapie war in einer US-Studie das Demenzrisiko deutlich reduziert. Darauf weist die Deutsche Hochdruckliga (DHL) aus Anlass des Welt Hypertonie Tags hin.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Die Deutsche Hochdruckliga geht davon aus, dass sich eine gute Blutdruckeinstellung auch positiv auf das Demenzrisiko auswirkt.

Die Deutsche Hochdruckliga geht davon aus, dass sich eine gute Blutdruckeinstellung auch positiv auf das Demenzrisiko auswirkt.

© Photographee.eu / stock.adobe.com

BERLIN. Kann eine antihypertensive Therapie auch über das Herz-Kreislauf-System hinaus günstige Effekte haben? Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) geht davon aus, dass das Demenzrisiko gesenkt wird.

Anlässlich des Welt Hypertonie Tags 2018 am 17. Mai wies der Vorstandsvorsitzende der Hochdruckliga, Professor Bernhard Krämer, auf eine kürzlich publizierte prospektive Kohortenstudie hin, an der 1236 Afroamerikaner teilgenommen hatten. Diese waren 65 Jahre oder älter, litten an einer arteriellen Hypertonie und hatten zu Studienbeginn keinerlei Anzeichen für eine Demenz. (J Gen Intern Med 2018; 33: 455-62) Die Teilnehmer wurden über 15 Jahre begleitet, wobei alle zwei bis drei Jahre ein Demenz-Screening erfolgte sowie, bei pathologischem Befund, eine detaillierte Demenzdiagnostik.

Blutdruckeffekt wahrscheinlich

Insgesamt entwickelten neun Prozent der Studienteilnehmer eine Demenz. Dabei war das Risiko für eine Demenz bei jenen zwei Dritteln der Studienteilnehmer, die wegen ihrer arteriellen Hypertonie antihypertensive Medikamente jedweder Art erhalten hatten, um signifikante 43 Prozent geringer als bei Studienteilnehmern, die keine antihypertensiven Medikamente erhalten hatten.

Wenn Hinweise auf eine suboptimale Blutdruckeinstellung in die Analyse einbezogen wurden, verlor sich die statistische Signifikanz. Dies deute darauf hin, dass es sich um einen Blutdruckeffekt und nicht um einen anderweitigen Medikationseffekt handele, so die Autoren. "Zusammen mit früheren Studien liefert diese Studie sehr starke Hinweise darauf, dass die rechtzeitige Bluthochdruckbehandlung einen weiteren, für unsere alternde Gesellschaft sehr relevanten Nutzen haben könnte", so Krämer.

Verbesserungsmöglichkeiten

Insgesamt habe sich die Versorgung von Bluthochdruckpatienten in Deutschland in den letzten Jahren stark verbessert, betonte der DHL-Vorsitzende. Es gebe aber weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten. Aktuell werde die arterielle Hypertonie bei etwa 80 Prozent der Betroffenen diagnostiziert. Drei von vier dieser Patienten würden behandelt, und bei etwa der Hälfte dieser behandelten Patienten werde eine erfolgreiche Blutdruckkontrolle erreicht.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Junge Frau im Rollstuhl

© Julia Zavalishina / stock.adobe.com

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist