Ärzte Zeitung online, 25.03.2014

Kommentar

Das Gewicht des Rauchs

Von Robert Bublak

Von Sir Walter Raleigh wird erzählt, er habe eine Wette gegen Königin Elisabeth I. gewonnen, weil er es vermochte, das Gewicht von Rauch zu messen. Dazu habe er eine Zigarre gewogen, sie angezündet, Asche und Stumpen gesammelt, diese auf die Waage gelegt und den Wert vom ursprünglichen Gewicht abgezogen. Die Differenz war das Gewicht des Rauchs.

Wie sehr Rauch ins Gewicht fallen kann, bestätigt eine Studie mit Patienten, die nach einem Herzinfarkt versucht hatten, sich das Rauchen abzugewöhnen. Diejenigen, die es schafften, legten binnen eines Jahres durchschnittlich um knapp fünf Kilo zu.

Und mit den Pfunden stieg der Blutdruck. Infarktpatienten, die weiterrauchten, blieben von solch ausgeprägter Gewichtszunahme verschont.

Qualm ist zwar ein denkbar schlechtes Schlankheitsmittel, zumal nach einem Herzinfarkt. Doch die Studie wirft eine schwer wiegende Frage auf: Was hilft nach einem Infarkt der Rauchverzicht, wenn die Nachteile, die man sich dadurch auf die Hüfte lädt, die Vorteile zunichtemachen?

Bei aller Betonung der Tabakabstinenz geht gern vergessen, welches Gewicht einer wirksamen Kontrolle der Körpermasse von Ex-Rauchern zukommt - ein Gewicht so hoch, dass seine Bestimmung selbst Sir Walter kaum gelungen wäre.

Lesen Sie dazu auch:
Myokardinfarkt: Die schädliche Wirkung des Rauchstopps

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