Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 20.09.2005

Über 40 und Thrombose? Da kann ein Malignom die Ursache sein

Bis zu 20 Prozent der älteren Thrombose-Patienten haben Krebs / Gezieltes Screening

BERLIN (gvg). Ursache jeder dritten bis fünften Beinvenenthrombose ist ein maligner Tumor. Betroffen sind vor allem Thrombose-Patienten jenseits des 40. Lebensjahrs. Spezialisten empfehlen bei ihnen eine gezielte Anamnese. Bestehe etwa Verdacht auf Darmkrebs, sollte eine Koloskopie möglichst vor der Umstellung auf eine orale Antikoagulation erfolgen.

Die Bedeutung bösartiger Tumore für die Entstehung tiefer Beinvenenthrombosen (TVT) könne kaum überschätzt werden, so Professor Hanno Riess von der Charité Berlin. "Bei etwa 15 bis 20 Prozent aller Patienten mit TVT ist zum Zeitpunkt der Diagnose ein Malignom bekannt", sagte Riess auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie in Berlin.

Bei zwei bis fünf Prozent der TVT-Patienten werde gleich ein Malignom diagnostiziert. Bei weiteren fünf bis zehn Prozent wird sechs bis 24 Monate nach der Thrombose Krebs festgestellt.

Diese Verzögerung hält Riess für vermeidbar. Zumindest die empfohlenen Krebsvorsorge-Untersuchungen seien Pflicht, sagte er auf der von GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung. Dazu gehört für ihn auch die Koloskopie für TVT-Patienten ab 40. Unter 40 sei die Wahrscheinlichkeit, daß ein Malignom Ursache einer TVT ist, extrem gering.

Bei der Koloskopie gebe es aber ein Problem: Nur wenige Kollegen koloskopieren Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten bekommen. Bei der Tumorsuche bei TVT-Patienten gibt es oft die Situation, daß man nach der initialen Heparintherapie auf Cumarine umstellt und die Behandlung für die Koloskopie wieder unterbrechen muß.

Um das zu verhindern, rät Riess, eine Koloskopie möglichst in den ersten Tagen nach der Diagnose TVT zu machen. Die Patienten bekommen da meist noch niedermolekulare Heparine und können problemlos untersucht werden. Nach der Koloskopie kann dann die Einstellung auf ein Cumarin erfolgen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Thrombose - und wo sitzt nun der Krebs?

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