Ärzte Zeitung, 03.12.2012

Neuer Skandal

50.000 Verhütungsspritzen illegal verabreicht

MÜNCHEN. Neuer Skandal um nicht zugelassene Verhütungsmittel: Wie das Zollfahndungsamt München meldet, sollen knapp 50.000 Ampullen einer in Deutschland nicht zugelassenen Drei-Monats-Verhütungsspritze zwischen 2008 und 2011 über Frauenärzte in Deutschland Patientinnen illegal verabreicht worden sein.

Eine Lichtenfelser Gruppierung, zu der auch eine Arzthelferin zählte, habe die Arznei aus der Türkei einschmuggeln lassen. Knapp 300 Frauenärzte seien Kunde des Schmugglerrings gewesen, heißt es.

Bereits Ende 2011 haben laut der Mitteilung Nürnberger Zollfahnder gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Hof dem Treiben der Bande ein Ende gesetzt und die Hauptverdächtigen festgenommen. Aber erst jetzt, nach der Auswertung der dabei sichergestellten Beweismittel, stehe fest, wie viele Ärzte die Arznei bezogen haben.

Dabei stammt die Geschäftsidee nach Angaben der Zollfahndung von einer 57-jährigen Arzthelferin aus Lichtenfels. Mit ihrem Komplizen, einem 33-jährigen tschechischen Staatsangehörigen, habe sie eine Briefkastenfirma in Tschechien gegründet und darüber den virtuellen Handel der Verhütungsspritzen abgewickelt.

Erst im Juli hatte es in Nordhrein-Westfalen ebenfalls Ermittlungen wegen nicht zugelassener Verhütungsarzneien gegeben. (reh)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

"Low Carb"-Diät mit Protein-Shakes hilft gegen Diabetes

Diabetiker profitieren von einer kohlenhydratarmen Ernährung, in der Protein-Shakes zum Einsatz kommen. Der Mix hilft, Blutzucker und Gewicht zu senken - auch langfristig. mehr »