Ärzte Zeitung, 23.08.2005

KOMMENTAR

Erster Schritt zur HIV-Ausrottung

Von Peter Leiner

Es mag zunächst wie ein wenig bedeutsamer Mosaikstein in der Therapieforschung erscheinen, was da HIV-Therapeuten in den USA in einer ersten Studie mit nur wenigen Patienten herausgefunden haben: Ein Antikonvulsivum trägt dazu bei, die Zahl jener Zellen zu verringern, in denen sich der Aids-Erreger eingenistet hat.

Noch sind einige Fragen zu beantworten: Lassen sich die Ergebnisse in einer größeren, randomisierten Studie bestätigen? Ist es tatsächlich - wie aufgrund von Zellversuchen vermutet - das Antikonvulsivum allein, das hilft, solche infizierten Zellen zu vernichten? Oder ist ein Zusammenspiel mit den antiviralen Mitteln wie Protease- und Fusionshemmer erforderlich?

Diese Fragen werden sicherlich über kurz oder lang geklärt werden. Jetzt geht es vorrangig darum, die Chance zu nutzen und randomisierte klinische Studien auf den Weg zu bringen, die diese erste ermutigende Beobachtung bestätigen.

Gelänge dies - mit dem Antikonvulsivum oder mit anderen ähnlich wirkenden Substanzen -, könnte das Virusreservoir, aus dem sich die Infektionskrankheit speist, geleert werden. Schon jetzt ist klar, daß eine Heilung HIV-Infizierter nicht mehr komplett ausgeschlossen ist.

Lesen Sie dazu auch:
US-Ärzte finden einen Weg, HIV aus dem Körper zu eliminieren

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