Ärzte Zeitung, 20.03.2007

KOMMENTAR

Mehr Krebsvorsorge bei HIV-Infizierten!

Von Peter Leiner

Krebs war in den 90er Jahren bei HIV-Infizierten noch kein Thema. Das hat sich geändert. Durch die sehr erfolgreiche antiretrovirale Kombinationstherapie leben die HIV-Infizierten länger. Damit steht inzwischen offenbar ausreichend Zeit zur Verfügung, die etwa nach einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) für die Entwicklung des Analkarzinoms aus den Vorstufen - den analen intraepithelialen Neoplasien - erforderlich ist.

Dass derzeit auch in Deutschland ein Anstieg der Zahl HIV-infizierter Homosexueller mit Analkarzinom zu beobachten ist, sollte Anlass genug sein, mehr als bisher für Prävention und Vorsorge-Untersuchungen zu werben.

Prävention deshalb, weil HIV-Infizierte wegen der geschwächten Immunabwehr durch reduzierte T-Zellen empfänglicher für eine Infektion mit HPV sind. Und: weil häufig wechselnder rezeptiver Analverkehr eine der bedeutendsten Risikofaktoren für eine Infektion mit dem Virus ist.

Und um Vorstufen oder Tumoren frühzeitig zu entdecken, sollten regelmäßig Vorsorge-Untersuchungen etabliert werden. Das empfiehlt auch Professor Norbert Brockmeyer vom Kompetenznetz HIV/Aids seit Langem. Grundlage dieser Empfehlung sind Daten aus der prospektiven Studie "Evaluation der HPV-Besiedelung bei HIV-positiven Männern, die Sex mit Männern haben" an der RuhrUniversität in Bochum. Krebs bei HIV-Infizierten ist längst zum Thema geworden.

Lesen Sie dazu auch:
Vermehrt Anal-Ca bei homosexuellen HIV-Infizierten

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