Ärzte Zeitung, 12.07.2010
 

Kommentar

Krebsprävention bei HIV - ein Muss!

Von Peter Leiner

Nur langsam dringt ins Bewusstsein, dass HIV-Infizierte verstärkt durch Krebs gefährdet sind. Das gilt auch für das Analkarzinom, das sich aus Krebsvorstufen entwickelt. Von diesen Vorstufen sind vor allem HIV-infizierte Männer betroffen, die Sex mit Männern haben. An sie richtet sich nun die Botschaft der ersten deutschen prospektiven Studie dazu, aus der hervorgeht, dass bei den Immungeschwächten aus den Vorstufen rasch Karzinome entstehen. Um das zu verhindern, müssen HIV-infizierte Männer stärker als bisher Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, damit diese, mit HPV-Infektionen assoziierten Vorstufen frühzeitig entdeckt werden.

Damit es zu diesen Vorstufen erst gar nicht kommt, müssen sich Männer, die Sex mit Männern haben, in ihrem Sexualverhalten entsprechend an diesen Erkenntnissen orientieren: Immer Kondome benutzen und auf Gewebe verletzende Sexualpraktiken verzichten! Die Studie bestätigt nicht zuletzt die Richtigkeit der Strategie, vor allem Analkarzinome stets als Anlass zu nehmen, Betroffenen einen HIV-Test anzubieten.

Die Krebsinzidenz steigt weltweit. Davon bleiben HIV-Infizierte nicht verschont. Dessen müssen sich stärker als bisher sowohl Ärzte als auch Patienten bewusst werden.

Lesen Sie dazu auch:
Immunschwäche begünstigt Analkarzinom
Weltweit bisher 25 Millionen Aids-Tote

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »

Das "Gewebefenster" ist wichtig!

Warum nach sechs Stunden keine Thrombektomie mehr veranlassen, wenn es noch gute Chancen auf funktionelle Verbesserungen gibt? Das fragen sich wohl viele Neuroradiologen. mehr »