Ärzte Zeitung, 27.06.2011

Kommentar

Keine einfache Strategie gegen HIV

Von Peter Leiner

Prävention ist im Zusammenhang mit HIV und Aids das A und O - und das um so mehr, solange eine Heilung HIV-Infizierter nicht zu erwarten ist. Was in Einzelfällen möglicherweise gelungen ist, wird so schnell nicht generell bei allen HIV-Infizierten möglich sein: die Eliminierung des Aids-Erregers aus dem Körper.

Dass eine deutliche Reduktion des Übertragungsrisikos durch eine konsequente frühzeitige antiretrovirale Therapie offenbar möglich ist, hatte vor einigen Jahren bereits eine Schweizer Studie gezeigt.

Allerdings mit der fatalen Schlussfolgerung, dass unter optimalen Voraussetzungen ein Paar, bei dem ein Partner HIV-infiziert ist, normalen Geschlechtsverkehr ohne Kondom haben könne.

Die frühzeitige Behandlung HIV-Infizierter kann zwar die Virusmenge im Körper sehr klein halten und so das Immunsystem weitgehend intakt bleiben. Dies als einzige Präventionsmaßnahme zu begreifen und danach zu handeln, wäre allerdings fahrlässig.

Da jeder für sein Handeln verantwortlich ist, bleibt trotz aller Erfolge bei der medikamentösen Behandlung gegen den Aids-Erreger weiterhin gültig: sich über Infektionsrisiken und Präventionsmöglichkeiten informieren und konsequent auf den Kondomverzicht verzichten!

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Medikamentöse HIV-Prävention funktioniert

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