Ärzte Zeitung, 23.07.2012

Kommentar zu Aids

Zaghafter Anfang vom Ende

Von Angela Speth

Also, jetzt wird einmal der sprichwörtliche hinkende Bote gestoppt, der sich aus dem UN-Aids-Bericht die schlechten Nachrichten herausklaubt und sie den guten nachbringt! Jetzt darf er einmal nicht melden, dass über ein Drittel der neu HIV-Infizierten Jugendliche sind.

Auch sollen all jene Miesepeter eine Schweigeminute einlegen, die etwa an Impf-Flops erinnern wollten.

Allenfalls den Unheilspropheten, die auf die unvorstellbare Zahl von weltweit 34 Millionen HIV-Infizierten hinweisen, sei vor diesem imaginären Plenum eine kurze Redezeit eingeräumt.

Denn jetzt sollen die Gesandten der positiven Aspekte auf die Tribüne! Sie dürfen die Vorzüge des in den USA zugelassenen Heimtests und der Prophylaxe für Risikogruppen herausstreichen.

Den RKI-Bericht zitieren, dass Neu-Infektionen in Deutschland erstmals zurückgegangen sind. Und den Aspekt der UN-Statistik, dass heute acht Millionen Infizierte behandelt werden statt 400.000 im Jahr 2003.

So rückt das Ziel, 2015 15 Millionen zu behandeln, greifbar nah. Und die Therapie bremst die Virus-Übertragung, so dass die Infektionsrate noch steiler sinken könnte. Herkulesarbeit steht also an, und daher sollen jetzt nur die Optimisten reden, denn Optimismus ermutigt, das zu stemmen!

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Jetzt wird die Heilung von Aids angepeilt

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