Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Option bei hartnäckigen invasiven Mykosen

MÜNCHEN (bkr). Patienten mit schweren invasiven Mykosen erhielten bisher vor allem Amphothericin B, Itraconazol oder Fluconazol. Mußten diese Medikamente wegen Therapieresistenz oder Unverträglichkeit abgesetzt werden, war die Prognose für die Patienten infaust. Das neue Azolderivat Posaconazol verbessert nun die Überlebenschancen solcher Patienten.

Veröffentlicht:

Lebensbedrohliche invasive Mykosen werden immer häufiger. Ursache ist vor allem, daß es infolge von HIV-Infektionen, Immunsuppression nach Organtransplantationen oder Chemo- und Strahlentherapie sowie Stammzeltransplantationen immer mehr immungeschwächte Patienten gibt.

Noch seien die Behandlungsmöglichkeiten für solche schwerkranken Patienten nicht ausreichend, sagte Professor Herbert Hof bei einer Veranstaltung von Essex Pharma in München. Eine neue Option gibt es mit dem Azolderivat Posaconazol (Noxafil®). In vitro ist das Antimykotikum gegen alle wichtigen Erreger invasiver Mykosen wirksam, auch gegen bisherige Problemkeime. Hierzu gehören Hefepilze und Schimmelpilze - unter anderem Fusarien und Zygomyzeten.

    Das Mittel wirkt auch gegen Hefe- und Schimmelpilze.
   

Basierend auf einer Phase-III-Studie erhielt Posaconazol in Form einer Oralsuspension die Zulassung zur Behandlung von Patienten mit einer schweren invasiven Pilzinfektion, die auf andere Antimykotika nicht mehr ansprechen oder Intoleranz zeigen, und zwar bei Erkrankungen wie Aspergillose, Fusariose, Chromoblastomykose, Myzetom und Kokzidioidomykose. Ausgewertet wurden in der offenen Studie die Daten von über 600 therapieresistenten oder therapierefraktären Patienten.

Sie erhielten entweder zweimal 400 mg Posaconazol täglich oder eine Therapie mit Amphotericin B, liposomalem Amphotericin B oder Itraconazol, sagte Privatdozent Dr. Oliver A. Cornely aus Köln. Die meisten Patienten hatten eine invasive Aspergillose. Von den mit Posaconazol behandelten Patienten sprachen signifikant mehr an als in der Kontrollgruppe (42 Prozent versus 26 Prozent). Auch die mittlere Überlebenszeit war mit Posaconazol signifikant länger (164 Tage versus 71 Tage).

Zu den relevanten unerwünschten Wirkungen gehörten Leberwert-Erhöhungen und erhöhte Serumspiegel anderer Arzneimittel. Derzeit ist auch eine i.v.-Zubereitung des Mittels in der Entwicklung.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis

Ausgestreckte Hand gegenüber einer Impfspritze.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann