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Rotes Ohrläppchen durch Borrelien-Infektion

Ursache für ein rotes Ohrläppchen kann eine Borrelien-Infektion sein. Ein solches Lymphozytom ist wesentlich seltener als ein Erythema migrans. Häufig tritt es bei Kindern und Jugendlichen auf.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Die Blickdiagnose hilft schon weiter: Das Borrelien-Lymphom tritt bei Kindern bevorzugt an den Ohrläppchen auf.

Die Blickdiagnose hilft schon weiter: Das Borrelien-Lymphom tritt bei Kindern bevorzugt an den Ohrläppchen auf.

© Dr. Dieter Leithäuser

WARBURG. Rötlich-livide Knoten am Ohrläppchen, aber auch im Gesicht oder an anderen Körperregionen können auf eine Borrelien-Infektion hindeuten.

Ein zehn Jahre alter Junge war in der HNO-Praxis von Dr. Dieter Leithäuser aus Warburg vorgestellt worden, weil er ein auffällig geschwollenes und rötlich-livide verfärbtes Ohrläppchen hatte. Das Symptom hatte sich ohne Vorboten entwickelt, regionale Lymphknoten waren nicht tastbar (HNO-Nachrichten 2011, 1: 20).

Es handelte sich um ein Lymphozytom (Lymphadenosis cutis benigna), das vor allem im Kindes- und Jugendalter sowie bei Frauen nach Zeckenstich auftritt - mit insgesamt drei Prozent der Fälle allerdings deutlich seltener als das Erythema migrans. Die Infiltrate bestehen vorwiegend aus Lymphozyten.

Außer am Ohrläppchen können diese Knötchen im Gesicht, am Nacken, in der Mamillen- und Genitalregion sowie in Achselhöhlen und am Fußrücken auftreten.

Dermatologen unterscheiden eine Tumorform mit großknotig-solitären oder kleinknotig-multiple umschriebenen Tumoren von einer disseminiert-miliaren Form mit symmetrisch angeordneten, erbsengroßen Knötchen sowie der flächenhaft-infiltrativen Form mit wenig erhabenen und bläulich- bis bräunlichrot verfärbten Plaques, vor allem an den Beinen.

"Ein positiver Titer auf BorrelienAntikörper besagt zwar, dass sich die betreffende Person mit dem Erreger infiziert hat, damit muss allerdings noch keine Erkrankung einher gehen", so Leithäuser. Für die Diagnose sei die typische klinische Symptomatik ausschlaggebend. Bei Frühinfektion mit den Erregern der Lyme-Borreliose soll zwei bis drei Wochen mit Doxycyclin oder Amoxicillin behandelt werden.

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