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Reisemedizin

Erster Fall von Zika-Virus in Deutschland

Infektionen mit dem Zika-Virus verlaufen meist mild mit Fieber. Die Erreger werden von Mücken übertragen. Ausbrüche gab es bisher im tropischen Afrika, Südostasien und auf pazifischen Inseln.

Von Lena Lindner und Professor Tomas Jelinek Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Im Dezember 2013 wurde erstmals das noch wenig bekannte Zika-Virus bei einem Patienten aus dem Saarland nachgewiesen. Der 53-Jährige hatte im November 2013 seinen Urlaub in Thailand verbracht und dort Arthralgien, ein makulopapulöses Exanthem, Fieber und Schüttelfrost entwickelt.

Nach seiner Rückkehr in die Bundesrepublik wurden Antikörper gegen das Zika-Virus in seinem Blut gefunden (www.promedmail.org vom 6. Januar 2014).

Erkrankungen mit dem Zika-Virus werden in letzter Zeit vermehrt in Französisch-Polynesien registriert. Etwa 30.000 Menschen vor allem auf den südpazifischen Inseln Bora Bora, Moorea, Raiatea, Tahaa, Tahiti, Nuku Hiva und Arutua haben sich bereits mit dem Virus infiziert (National Travel Health Network and Centre vom 13. November).

Schon im Mai letzten Jahres war im Rahmen einer nach Kanada importierten Infektion über das Zika-Virus berichtet worden. Eine 45-jährige Urlauberin hatte sich ebenfalls während ihres Aufenthaltes in Thailand mit dem Virus angesteckt und die Erkrankung in ihr Heimatland eingeschleppt (www.promedmail.org vom 29. Mai 1013).

2007 war es zu einem Ausbruch auf der Insel Yap in Mikronesien gekommen (Emerg Infect Dis. 2009 September; 15: 1347).

Erkrankung vergleichsweise mild

Bei dem Erreger handelt es sich um ein Flavivirus, welches in verwandtschaftlicher Beziehung zu anderen Viren der Familie der Flaviviridae wie dem Dengue-, dem West-Nil-, dem Gelbfieber- oder dem Japanischen-Enzephalitis-Virus steht.

Die Übertragung erfolgt über Mücken, insbesondere über die der Gattung Aedes, das hervorgerufene Krankheitsbild ist vergleichsweise mild.

In der Regel kommt es im Rahmen der Erkrankung zu einem makulopapulösen Exanthem. Außerdem treten Fieber, Konjunktivitis, Arthralgien sowie Kopfschmerzen auf (ecdc.europa.eu).

Außer Thailand und Französisch-Polynesien sind Zika-Virus-Infektionen auch in verschiedenen Ländern Afrikas (Nigeria, Uganda, Tansania, Ägypten, Zentralafrikanische Republik, Senegal, Sierra Leone, Gabun) und weiten Teilen Asiens (Indien, Malaysia, Philippinen, Vietnam und Indonesien) vorgekommen.

Touristen, die Reisen in diese Regionen - speziell die Inseln im Südpazifik - planen, sollten auf eine adäquate Expositionsprophylaxe achten. Hierzu gehören das Tragen bedeckender Kleidung und die Anwendung von Mückenabwehrmitteln (Mosquitonetze, Repellentien etc.), um Stiche und damit eine Übertragung der Erkrankung zu vermeiden. Eine Chemoprophylaxe oder Impfung existiert nicht.

Weitere Informationen zur Reisemedizin gibt es im Internet unter www.crm.de

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