Ärzte Zeitung online, 26.02.2019

Impfschutz überprüfen!

Gelbfieber-Warnung für Brasilien-Touristen

Das Robert Koch-Institut zeigt sich beunruhigt: In Brasilien könnten in dieser Saison auch touristisch attraktive Gebiete wie die Küste bei Porto Alegre stärker von Gelbfieber- Fällen betroffen sein.

Gelbfieber-Warnung für Brasilien-Touristen

Zwischen Dezember 2018 bis Januar 2019 wurden 361 bestätigte Gelbfieber-Fälle gemeldet, so das RKI.

© dpa

BERLIN. In der aktuellen Gelbfiebersaison in Brasilien gibt es derzeit wöchentlich steigende Fallzahlen. Zwischen Dezember 2018 bis Januar 2019 wurden 361 bestätigte Fälle gemeldet, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) im Epidemiologischen Bulletin. Die Gelbfiebersaison, in der auch viele Deutsche nach Brasilien reisen, dauert etwa von Dezember bis Mai. Auch die Europäische Seuchenbehörde ECDC hatte aus Anlass des Karnevals in Rio Brasilien-Reisende kürzlich daran erinnert, den Impfschutz gegen Gelbfieber zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.

Die Lokalisierung von Fällen im Süden des Bundesstaates São Paolo (bisher 14 Fälle) deute im Vergleich zu den Vorjahren eine weitere Ausbreitung des Übertragungsgeschehens nach Süden an, zeigt sich das RKI beunruhigt. Auch touristisch attraktive Gebiete wie die Küste bei Porto Alegre und die Region rund um die Iguaçu-Fälle könnten in dieser Saison stärker betroffen sein.

In der Saison 2016 / 2017 gab es in Brasilien den schlimmsten Gelbfieber-Ausbruch seit 30 Jahren (wir berichteten). In Folge kam es immer wieder zum Aufflackern der Epidemie, auch im vergangenen Jahr wurden Fälle gemeldet. Anfang 2018 wurden drei Fälle bei ungeimpften deutschen Reisenden bekannt, von denen ein Patient starb. Die Reisenden hatten sich auf der Insel Ilha Grande infiziert. Es waren die ersten registrierten Gelbfieber-Fälle bei deutschen Staatsbürgern seit 1999.

In Brasilien wird seit Anfang 2019 die Gelbfieber-Impfung allen Einwohnern im Land empfohlen. Reisenden nach Brasilien empfiehlt die WHO ebenfalls eine Gelbfieber-Impfung für fast alle Regionen, die Empfehlung gilt auch für Aufenthalte in Großstädten oder in Badeorten in den betroffenen Gebieten.

Bereits gegen Gelbfieber-Virus geimpfte Personen seien in der Regel lebenslang geschützt, erinnert das RKI. Gelbfieber sollte in der Differenzialdiagnose ungeimpfter febriler Patienten beachtet werden, wenn ihre Reiseanamnese Gelbfieber-Endemiegebiete Brasiliens einschließlich der Großstädte beinhaltet (typische Inkubationszeit: 3 – 6 Tage).

Der klinische Verlauf einer Gelbfieber-Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein. Bei der Mehrzahl der Infizierten kommt es zu asymptomatischen Verläufen oder auch zu Erkrankungen mit einer relativ milden Symptomatik.

Bei etwa 15 Prozent der Erkrankten entwickelt sich, zum Teil nach einer kurzen Besserung, innerhalb kurzer Zeit eine toxische Phase mit schwerem Krankheitsbild. (eb/bae)

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