Deutschland

Tigermücke wahrscheinlich kaum verbreitet

In Frankreich wurden kürzlich autochthone Zika-Fälle bekannt, übertragen von Tigermücken. Wie steht es um die Population in Deutschland?

Veröffentlicht:

Berlin. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat sich in diesem Jahr in Deutschland wahrscheinlich wenig ausgebreitet. „Wir kennen nur zwei neue Populationen in Bayern. Eine in München und eine in Fürth“, sagte Dr. Doreen Werner, Mückenforscherin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung im brandenburgischen Müncheberg (Zalf). Nachweise habe es darüber hinaus nur an bereits bekannten Fundstellen gegeben, etwa in Frankfurt am Main, Heidelberg, Freiburg, dem Oberrheingraben und Jena.

Tigermücken können ja Erreger wie das Zika-, Chikungunya- und Dengue-Virus übertragen. Für Deutschland gilt das bisher noch als wenig wahrscheinlich, weil sich die Viren – abgesehen von Chikungunya – nur bei hohen Temperaturen gut in den Mücken vermehren können. In Südfrankreich wurden nun aber die ersten Zika-Fälle in Europa gemeldet, die von dort heimischen Tigermücken übertragen wurden.

Eine repräsentative Übersicht über die Tigermücken-Bestände in Deutschland gibt es nicht. Für Hinweise auf Populationen ist Werner auf die Mithilfe der Bevölkerung für das Forschungsprojekt „Mückenatlas“ angewiesen. Jeder Interessierte kann dafür tote Stechmücken – gleich welcher Art – an das Zalf in Müncheberg schicken. Dort werden sie in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit bestimmt. Bislang schickten private Mückenjäger rund 24 400 Tiere ein. In Deutschland gibt es geschätzt 50 unterschiedliche Mückenarten, weltweit rund 3500.

Asiatische Tigermücken waren in Deutschland früher nicht heimisch. Mit dem Klimawandel hat sich das geändert. Theoretisch könnten Tigermücken inzwischen sogar im Norden Deutschlands überleben, erläuterte Werner. Das hätten kontrollierte Tests auf der Ostsee-Insel Riems gezeigt. Nachgewiesen wurden die Mücken im Norden bisher noch nicht. (dpa)

Mehr Informationen unter https://mueckenatlas.com/

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Atemwegserreger

RSV-Welle hat begonnen

Ein kleiner Stups

Mit Nudging-Interventionen die Grippe-Impfrate steigern

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion von Gilead Sciences beim DÖAK 2025 von links: Dr. Nazifa Qurishi, Fachärztin für Innere Medizin und Infektiologie, Gemeinschaftspraxis Gotenring Köln; Kelly Cavalcanti, HIV-Aktivistin und Referentin für Gesundheit und Empowerment, Köln, und Martin Flörkemeier, Senior Director Public Affairs, Gilead Sciences, München

© Gilead

Unternehmen im Fokus

HIV-Versorgung: Vertrauen in unruhigen Zeiten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Atemwegserreger

RSV-Welle hat begonnen

Tipps fürs Patientengespräch

Wie Sie schwierigen Patienten den Wind aus den Segeln nehmen

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten