Ärzte Zeitung, 30.05.2012

Kommentar zum Impfplan

Bestandsaufnahme ohne konkrete Ziele

Von Wolfgang Geissel

Der Nationale Impfplan ist eine große Enttäuschung. Fast drei Jahre haben die Experten von Ländern und Bundesbehörden daran gearbeitet. Herausgekommen ist eine Sammlung von Absichtserklärungen, konkrete Impfziele fehlen.

Schon 2006 hatte der damalige RKI-Präsident Professor Reinhard Kurth konkrete Beschlüsse gefordert, um Masern zu eliminieren. "Wir brauchen ein Impfprogramm, in dem Impfziele verbindlich formuliert werden und bei dem der Erfolg kontrolliert wird", so Kurth.

Er hatte damals alle Ebenen des öffentlichen Gesundheitsdienstes zu großen Anstrengungen aufgefordert, um die Elimination - zu der sich Deutschland bei der WHO verpflichtet hat - zu schaffen.

Empfohlen wurden damals Strategien, um Ungeimpfte zu identifizieren, sowie Interventionen und Impfangebote, um Impflücken zu schließen. Umgesetzt wurde davon fast nichts.

Im Nationalen Impfplan heißt es nun sechs Jahre später: "Bund und Länder vereinbaren auf der Basis evidenzbasierter Empfehlungen der STIKO verbindliche nationale Ziele für einzelne impfpräventable Erkrankungen, die den Handlungsbedarf, Umsetzungsstrategien und Verantwortliche benennen." Mal sehen, wie lange das jetzt wieder dauert.

Lesen Sie dazu auch:
Nationaler Impfplan ohne Plan

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

Kein Frühstück = höheres Diabetes-Risiko

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko für Diabetes. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Gutachter schlagen neuen Pflege-TÜV vor

Weg mit den umstrittenen Pflegenoten, ist das Ziel eines neuen Pflege-TÜVs. Im Mittelpunkt soll nicht mehr die Dokumentation stehen, sondern die Ergebnisqualität stehen. mehr »