Ärzte Zeitung, 16.01.2004

Bestätigt: Nutzen von Oseltamivir bei Grippe

NEU-ISENBURG (run). Die Therapie mit dem Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir mindert für Jugendliche wie für Erwachsene deutlich das Risiko für Atemwegskomplikationen und senkt den Antibiotikabedarf.

Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler in einer von Hoffmann-La Roche unterstützten Metaanalyse gekommen (Arch Intern Med 163, 2003, 1667). Dazu wurden die Daten von über 3500 Patienten im Alter zwischen 13 und 97 Jahren aus insgesamt zehn kontrollierten Studien ausgewertet. Sie erhielten dabei zweimal täglich 75 mg Oseltamivir oral innerhalb von 36 Stunden nach Symptomenbeginn oder Placebo.

Das Ergebnis: Bei einer nachgewiesenen Influenza-Infektion nahm mit dem Neuraminidase-Hemmer (als Tamiflu® im Handel) die Häufigkeit assoziierter Atemwegsinfekte, bei denen Antibiotika nötig waren, signifikant um 55 Prozent ab verglichen mit Placebo.

Auch Patienten mit erhöhtem Risiko für solche Komplikationen - etwa bei bestehender chronischer Atemwegserkrankung - benötigten bei Verum-Einnahme weniger Antibiotika. Zudem wurden mit Oseltamivir weniger Krankenhauseinweisungen registriert.

Bei Patienten, die keine Grippe hatten, hatte das Verum keinen Effekt auf Atemwegskomplikationen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »