Ärzte Zeitung, 28.09.2010

Grippe-Impfung kann sogar vor Herzinfarkt schützen

Influenza-Infektion triggert Myokardinfarkt / Frühe Impfung scheint vorteilhaft

NOTTINGHAM (hub). Normalerweise sollen Impfungen vor Infektionen schützen. Das macht auch die Influenza-Impfung. Doch sie kann noch mehr: Sie reduziert die Herzinfarktrate, haben jetzt britische Forscher herausgefunden.

Grippe-Impfung kann sogar vor Herzinfarkt schützen

Ein Piks mit einem ganz erstaunlichen Zusatznutzen: Die Impfung gegen Influenza.

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Zu diesem Ergebnis kommt eine Fall-Kontroll-Studie aus Großbritannien, in der eine Datenbank von Allgemeinmedizinern ausgewertet wurde. Rund 16 000 über 40-jährigen Patienten mit einem Herzinfarkt wurden knapp 63 000 passende Kontrollpersonen gegenübergestellt.

Das Ergebnis: Durch die Influenza-Impfung wurde die Rate eines ersten Herzinfarkts rechnerisch um 19 Prozent gesenkt (CMAJ 2010; online). Die Pneumokokken-Impfung hatte keinen Einfluss auf das Infarktrisiko.

Dabei scheint eine eher frühe Grippe-Impfung vorteilhaft zu sein. Wer im September bis November geimpft wurde, hatte nämlich ein um 21 Prozent niedrigeres Herzinfarktrisiko als Ungeimpfte.

Wer erst später die Vakzine erhalten hatte, bei dem war das Infarktrisiko nur um rechnerisch 12 Prozent gesenkt. Dieser Effekt müsse jedoch in weiteren Studien verifiziert werden, schreiben die Autoren.

Positive Wirkungen der Grippe-Impfung für Herz und Hirn hatten Studien bereits früher belegt. Kardiologen raten - ebenso wie die Impfkommission STIKO -daher schon länger, herzkranke Patienten gegen Influenza zu impfen.

Der pathophysiologische Hintergrund: Influenza-Viren können durch sekundäre Effekte - etwa erhöhte Katecholaminspiegel - ein akutes Koronarsyndrom triggern. Auch direkte Wirkungen der Infektion auf das Endothel werden diskutiert.

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