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Französische Studie

Osteomyelitis bei Babys nur sehr selten

Bei Babys mit Knochen- und Gelenkinfektionen ließ sich einer französischen Studie zufolge in fast der Hälfte der Fälle Streptococcus agalactiae als Erreger identifizieren.

Von Dr. Dagmar Kraus Veröffentlicht:

PARIS. Die gute Nachricht zuerst: Gelenk- und Knocheninfektion sind bei Kindern unter drei Monaten eher die Ausnahme. Das Team um den Kinderarzt Nicolas Mediamolle von der Hôpital Armand-Trousseau in Paris suchte in der French National Hospital Discharge Datenbank nach solch jungen Patienten, die zwischen 2004 und 2015 aufgrund dieser Diagnose in einem der drei großen Pariser Lehrkrankenhäuser behandelt worden waren (Acta Paediatr 2018; online 6. September).

Innerhalb des Zeitraums von elf Jahren waren es gerade einmal 71 Fälle. Bei 14 Babys lautete die Diagnose „Osteomyelitis“, bei 28 „septische Arthritis“ und bei 29 „Osteoarthritis“. Betroffen waren vorwiegend Hüft- (32 Prozent) und Kniegelenke (32 Prozent), seltener Humerus (20 Prozent), Schulter (14 Prozent), Tibia (7 Prozent) oder Ellbogen (6 Prozent).

Bemerkbar machten sich die Infektionen vor allem durch Schmerzen (94 Prozent) und eine eingeschränkte Beweglichkeit (87 Prozent). Fieber hingegen stellte sich als nur bedingt pathognomonisch heraus, bei fast jedem Zweiten lag die Körpertemperatur in der Norm. Eine ähnliche diagnostische Unsicherheit birgt der CRP-Wert: Bei elf der kleinen Patienten blieben die Werte unter 11 mg / l.

Ein Erregernachweis gelang bei 51 Kindern, entweder im Blut (n = 20) oder in der Gelenkflüssigkeit bzw. anhand des Knochenpunktats (n = 40). Bei sieben Patienten fielen beide Kulturen positiv aus. Eine PCR des 16S-rRNA-Gens war bei vier Kindern zielführend. Am häufigsten - und zwar bei fast jedem zweiten Patienten - wurde Streptococcus agalactiae als Übeltäter enttarnt, gefolgt von Staphylococcus aureus (22 Prozent) und Escherichia coli (18 Prozent).

Orthopädische Komplikationen, wie ein vorzeitiger Verschluss der Wachstumsfuge, eine Beinlängendifferenz, eine Knochennekrose und/oder eine eingeschränkte Funktion der Gliedmaße, waren bei vier von insgesamt 38 Kindern dokumentiert worden, die länger als ein Jahr nachbeobachtet worden waren.

Die Studie zeigt, dass Gelenk- und Knocheninfektionen bei Kindern unter drei Monaten nur sehr selten vorkommen und beinahe in der Hälfte der Fälle durch S. agalactiae bedingt sind, wie die Autoren betonen.

Trotz der geringen Inzidenz sollte differenzialdiagnostisch daran gedacht werden, wenn ohne erinnerlichtes Trauma Schmerzen und Funktionseinbußen an den Gliedmaßen auftreten – sogar dann wenn Fieber und andere Entzündungszeichen fehlen, wie die französischen Kinderärzte betonen. Die Abklärung und Behandlung wiederum sollte spezialisierten Zentren vorbehalten bleiben.

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