Ärzte Zeitung, 23.03.2006

Aktionstag des Krebskongresses mit Mammutprogramm

Am Sonntag steht der Kongreß allen offen / Überdimensionale Niere, Kunstausstellungen, Diskussionen, Lesungen

Von Ingeborg Bördlein

Am Sonntag öffnet der Deutsche Krebskongreß in Berlin seine Pforten für alle, die sich über das Thema Krebs informieren wollen: Gesunde, Kranke, Ärzte, Medien und Politiker. Kongreßpräsident Professor Werner Hohenberger aus Erlangen und Professor Peter M. Schlag, der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft, haben ein Mammutprogramm zusammengestellt, das nicht nur Wissen für alle vermitteln soll, sondern auch Fragen beantworten, Unterhaltung bieten und zur Diskussion anregen soll. "Gemeinsam handeln - jetzt!" ist das Motto des Kongresses und auch des Aktionstages.

"Trotzdem!", Fotos von Frauen mit Brustkrebs: Elisabeth Hantke.

"Ich bin, wie ich bin": Brustkrebspatientin
Susanne Böhmer.
Brustkrebspatientin Rita Rosa Martin. Fotos (3): Hill & Knowlton Communications

Beim "Forum für alle" werden am Sonntagnachmittag (16 bis 18 Uhr) die neuen Entwicklungen aus dem Bereich der Onkologie vorgestellt. In Kurzvorträgen referieren bekannte Experten zu Diagnostik, medikamentöser und operativer Therapie, zu Strahlen- und komplementärer Therapie sowie zur Psychoonkologie. Die Experten stehen auch Rede und Antwort für Fragen aus dem Publikum.

Fotoaktion "Trotzdem!": die Fotografin Edith Held mit ihrer Gruppenaufnahme von 16 Frauen mit Brustkrebs. Foto: di

Darmkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs - außer dem Lungenkrebs die häufigsten bösartigen Tumoren - sind Schwerpunktthemen an vielen Ständen im Kongreßzentrum. Kliniken, Ärzte-Berufsverbände, medizinische Fachgesellschaften, Behörden und Selbsthilfegruppen informieren rund um die Uhr und stehen für Fragen zur Verfügung.

   

Podiumsdiskussion über Lungenkrebs mit dem Journalisten Dieter Kürten. Foto: ddp

 

Erstmals wird ein mannshohes Nierenmodell gezeigt, das ein Nierenzellkarzinom in verschiedenen Stadien visualisiert. Das Modell illustriert Wachstum und Therapie des Nierenzellkarzinoms. Die aufgeklappte Niere zeigt zwei Zustandsformen des Organs: Auf der einen Seite ist eine gesunde Niere zu sehen. Auf der anderen Seite wird ein Tumor im fortgeschrittenen Stadium und sein Verschmelzen mit dem umliegenden, gesunden Gewebe gezeigt. Auch die Wirkung der Therapie wird verdeutlicht.

In mehreren Bilderausstellungen im Eingangs- und im Hauptfoyer wird gezeigt, wie Betroffene mit ihrer Krankheit umgehen. Da gibt es zum Beispiel die Fotoaktion "Trotzdem!", eine Aktion, die Novartis Pharma GmbH unterstützt hat: Die Porträts von 16 Frauen mit Brustkrebs der Fotografin Edith Held zeigen Stärke und Weiblichkeit trotz Brustkrebs.

Mehr als 400 Kunstwerke aus 23 Ländern vor allem von Krebspatientinnen, aber auch von deren Angehörigen, Freunden und Betreuern zeigen, wie sich Krebskranke und die Personen um sie herum künstlerisch mit der Erkrankung auseinandergesetzt haben.

Den internationalen Kunstwettbewerb "Oncology con Canvas" hat das Unternehmen Lilly Deutschland unterstützt. Ausdrucksstarke Bilder aus der Kunsttherapie von Berliner Krebspatienten geben Einblick in das Seelenleben in der inneren Auseinandersetzung mit dem Krebs.

Nierenmodell mit Tumor. Foto: Kongreß- und Kulturmanagement GmbH

Beim dritten Schülerkongreß "Be Smart - Don’t Start!" präsentieren Klassen aus verschiedenen Bundesländern kreative Aktionen zum Nichtrauchen. Das Spektrum reicht von einer Schneewittchen-Adaptation über ein Musical, bei dem die Liebe durch Zigaretten auf die Probe gestellt wird, bis hin zu einer Zeitreise ins rauchfreie Jahr 2030.

Prominente werden mit unterhaltsamen und informativen Beiträgen aufwarten. Die Autorin Sabine Mehne etwa liest aus ihrem Buch "Winterfell", in dem sich eine junge Familie plötzlich mit der Diagnose Krebs auseinandersetzen muß. Für die Aktion "Cinema for Life" lesen Prominente aus der Film- und TV-Branche wie Isabelle Schmid, Gerit Kling, Hannes Jaenicke und Jochen Busse Texte über Krebs.

   
"Cinema for Life": Schauspielerin Gerit Kling liest über Krebs. Foto: ddp  

Podiumsdiskussionen wie "Der zweite Atem - Leben mit Lungenkrebs" mit Moderator Dieter Kürten und Fußballer Uwe Seeler wird es geben und Theaterstücke wie "Alarm im Darm" - eine etwas andere Konfrontation mit dem Thema Kolonkarzinom. Wie die Krankheit Krebs im Hollywoodkino aufgegriffen wird, präsentiert der Journalist Dietmar Jazbinek.

Gezeigt werden außerdem zwei Filmbeiträge, die Bewegung als begleitendes Therapeutikum bei Krebs aufzeigen: In der Dokumentation "Tanz dem Krebs" werden drei Frauen bei verschiedenen Tanztherapien begleitet, die positive Wirkung der Bewegung für Körper und Seele erkrankter Frauen wird mit einem Film der Bremer Arbeitsgruppe Brustkrebs präsentiert.

Sport- und Entspannungsprogramme können in Schnupperstunden sogar selbst getestet werden - so demonstrieren Krebssportgruppen ihr Angebot. Auf dem Aktionstag beim Krebskongreß ist also für jeden etwas dabei.

Der Krebsaktionstag im Berliner ICC ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Lesen Sie dazu auch:
Schulungs-DVD - "wie ein Besuch der Brustkrebs-Universität"

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