Ärzte Zeitung, 27.05.2009

Krebsmittel bringt Probleme bei US-Einreise

Fehlender Fingerabdruck nach Therapie mit Capecitabin / Arztbrief von Vorteil

NEW YORK (mut). Patienten können nach einer Therapie mit Capecitabin Probleme bei der US-Einreise bekommen. Immigrationsbeamte hatten einen Mann aus Singapur vier Stunden lang festgehalten, weil sich sein Fingerabdruck nicht erfassen ließ - die Therapie hatte seine Fingerrillen verändert.

Krebsmittel bringt Probleme bei US-Einreise

Der Fingerabdruck eines ausländischen Fluggastes wird bei der Einreise auf dem John F.-Kennedy-Flughafen in New York gescannt.

Foto: dpa

Der 62-jährige Mann durfte schließlich nach einer mehrstündigen Sicherheitsüberprüfung in die USA einreisen, die Beamten rieten ihm aber, beim nächsten Mal einen Arztbrief mitzuführen, der ihm bestätigt, dass sein Fingerabdruck aufgrund der Krebstherapie nicht nachweisbar ist, berichten Onkologen online in der Zeitschrift "Annals of Oncology" .

Die Ärzte weisen in der Publikation darauf hin, dass es bei Patienten mit Capecitabin (Xeloda®) zu einem Handfuß-Syndrom mit entzündlichen Hautveränderungen kommen kann. Diese Veränderungen können schließlich die Fingerabdrücke unkenntlich machen oder ganz auslöschen. Nach Angaben der Ärzte gibt es inzwischen mehrere ähnliche Berichte, nach denen Patienten mit Capecitabin-Therapie Probleme bei der US-Einreise bekamen.

Ein Arztbrief kann solche Probleme offenbar tatsächlich verhindern: "Mein Patient reiste anschließend öfter in die USA", so Dr. Eng-Huat Tan vom Nationalen Krebszentrum in Singapur, der den Fall jetzt beschrieben hat, "mit einem Arztbrief von uns hatte er dabei deutlich weniger Probleme".

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