Ärzte Zeitung, 24.02.2010

Zwei Kinder nach Ovar-Transplantation

Junge Frau erhielt kryokonserviertes Ovargewebe nach Krebstherapie

KOPENHAGEN (eis). Eine Frau aus Dänemark hat jetzt bereits zwei Kinder geboren, nachdem ihr nach einer Krebstherapie kryokonserviertes Ovarialgewebe eingepflanzt worden war.

Der Frau aus Odense in Dänemark war Ovargewebe vor einer Chemotherapie entnommen worden; das Gewebe wurde dann tiefgefroren und nach der Krebstherapie aufgetaut und wieder implantiert. Im Februar 2007 bekam sie dann nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung eine Tochter. 2008 war sie dann auf natürlichem Weg schwanger geworden und hatte im September des Jahres erneut eine Tochter geboren.

Die beiden Kinder gehören zu weltweit bisher nur neun Kindern, die Frauen nach der Transplantation von kryopräserviertem Ovargewebe geboren haben, berichtet der behandelnde Arzt, Professor Claus Yding Andersen aus Kopenhagen (Human Reproduction, online first). Die Patientin war 2004 im Alter von 27 Jahren an Ewing-Sarkom erkrankt. Damals entnahmen Ärzte ihr Teile des rechten Ovars und froren sie ein. Das linke Ovar war bereits Jahre vorher wegen einer Zyste entfernt worden.

Erwartungsgemäß trat nach der Chemotherapie gegen Krebs die Menopause ein. Im Dezember 2005 wurden dann sechs dünne Streifen des Ovargewebes zurücktransplantiert. Nach einer milden Stimulation habe das Ovar dann seine Funktion wiederaufgenommen, und die Frau sei zweimal schwanger geworden.

Lesen Sie dazu auch:
Kryokonservierung erhält die Fertilität
Einfrieren von Ovarialgewebe erhält Fertilität
Schwangerschaft nach Chemo und Bestrahlung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »