Ärzte Zeitung, 02.03.2010

Deutliche Signale vom Krebskongress

Von Uwe Groenewold

Deutliche Signale vom Krebskongress

Es tut sich etwas in der Krebstherapie, auch ganz unabhängig von der Entwicklung neuer Arzneien. Der Deutsche Krebskongress hat deutliche Signale gesendet. 73 Prozent der Onkologen befürworten komplementäre Heilverfahren, begleitend zur Schulmedizin. Beim Symposium "Der vergessene Patient" reichten selbst einige hundert Stühle nicht aus, um allen Neugierigen Platz zu bieten. Und: Wie selbstverständlich melden sich Heilpraktiker, naturheilkundlich orientierte Ärzte und Vertreter von Selbsthilfegruppen bei den lebhaften Diskussionen zu Wort - und finden anerkennend Gehör!

Die intensive Hinwendung zum Patienten, sie scheint in der Krebsmedizin mehr denn je Wirklichkeit zu werden. Das hat mit dem 2008 ins Leben gerufenen Nationalen Krebsplan zu tun - mit der Patientenorientierung als zentrale Säule. Das hat aber vor allem mit der steigenden Zahl der Langzeitüberlebenden zu tun und mit den immer besser informierten, den mündigen Patienten, die ärztliche Aufmerksamkeit einfordern. Ärzte und Patienten bewegen sich aufeinander zu und reden miteinander. Ganz offensichtlich entwickelt sich derzeit eine weitere Form der personalisierten Medizin, von der Onkologen in anderem Zusammenhang so häufig sprechen. Und beileibe nicht die schlechteste!

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »