Ärzte Zeitung, 27.09.2013

Hämochromatose

Überladung mit Eisen

Bald beginnen klinische Studien mit Minihepcidinen, etwa bei hereditärer Hämochromatose.

STOCKHOLM. Hepcidin ist ein in der Leber synthetisiertes Hormon, das eine Schlüsselrolle bei der Resorption von Eisen aus der Nahrung und seiner Verteilung auf die verschiedenen Gewebe des Körpers spielt.

Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion von Hepcidin ermöglichten es Elizabeta Nemeth, Los Angeles, und Mitarbeitern, den kleinsten Anteil des Hepcidins zu bestimmen, der noch hormonelle Aktivität aufweist. Diese "Minihepcidine" wurden weiter optimiert, um ihre Stabilität im Blut und ihre Bioverfügbarkeit zu verbessern.

Bisher gibt es nur tierexperimentelle Daten, aber die neuartigen Substanzen verhinderten in Mausmodellen der hereditären Hämochromatose die Eisenüberladung von Leber und Herz und normalisieren in Thalassämie-Modellen die Anämie.

Dieses Resultat, so Nemeth beim EHA-Kongress in Stockholm, mache Hoffnung für die Anwendung beim Menschen, zu der in Kürze Studien beginnen sollen.

Ein Hepcidin-Mangel führt zu exzessiver Eisenaufnahme. Die Behandlung erfolgt bei der hereditären Hämochromatose mit Aderlass, bei β-Thalassämie mit Chelatoren, deren Einnahme unbequem sein kann.

Hepcidin wäre eine physiologische Behandlung, aber es ist in bioaktiver Form schwierig zu synthetisieren, hat eine kurze Halbwertzeit im Körper und wird oral nicht aufgenommen. (jfg)

Topics
Schlagworte
Krebs (11375)
Onkologie (8599)
Wirkstoffe
Eisen (414)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

TSVG-Dialog mit offenem Ende

Jens Spahn (CDU) und Vertreter der Ärzteschaft haben beim mit Spannung erwarteten Dialog in Berlin die Klingen gekreuzt. Am Ende blieben Perspektiven für Kompromisse. mehr »

Impfmuffel gefährden globale Gesundheit

Mangelnde Impfbereitschaft zählt laut der WHO zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. mehr »

Varizellen-Impfung – ein Segen für Kinder

Seit 2004 wird allen Kindern die Impfung gegen Windpocken empfohlen. Der Schutz ist eine Erfolgsgeschichte: Die Krankheit wurde zurückgedrängt und mögliche schwere Komplikationen werden vermieden. mehr »