Ärzte Zeitung, 14.07.2014

Kommentar

Keine Scheu vor Gentests

Von Peter Leiner

Krebskranke in Studien, in denen Gentests oder gar die Komplettsequenzierung des Erbguts geplant sind, müssen sich über das Informationsangebot auch zum genetischen Hintergrund keine Sorgen machen.

Schon aufgrund der Entscheidung zur Teilnahme klären Onkologen wie jene am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen die Patienten optimal auf.

Aber auch Patienten, die nicht innerhalb einer Studie mit Arzneien auf der Grundlage von Gentests behandelt werden, sind begierig, mehr über die genetischen Zusammenhänge zu erfahren, wie eine kanadische Studie belegt.

Das wird in Deutschland nicht anders sein. Dennoch wäre es wichtig, auch hier eine solche Befragung vorzunehmen, um danach das Informationsangebot auszurichten, etwa in der erfolgreichen Reihe "Die blauen Ratgeber" der Deutschen Krebshilfe, um zu verhindern, dass entsprechendes Material am Bedarf der Patienten vorbei zusammengestellt wird.

Je mehr Krebsarzneien zur Verfügung stehen, für die vor der Anwendung ein Gentest vorgeschrieben ist, umso besser müssen Patienten über die genetischen Zusammenhänge bei Krebs und die Bedeutung der Tests für die Therapie aufgeklärt werden.

Die Patienten wollen das, sie haben offenbar keine Scheu vor Gentests.

Lesen Sie dazu auch:
Befragung: Krebspatienten sehen Gentests meist unkritisch

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »