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Studie

Schilddrüsenkrebs durch Kernkraft?

Wie steht es um das Krebsrisiko von Menschen in der Nähe von Kernkraftwerken? Eine Studie aus Belgien fand keinen Zusammenhang mit der Inzidenz von Schilddrüsenkrebs.

Veröffentlicht:

BERLIN. In der Öffentlichkeit wird immer wieder diskutiert, ob es in der Nähe von Kernkraftwerken zu einer erhöhten Inzidenz maligner Erkrankungen kommen kann. Auch Schilddrüsenkarzinome werden hier erwähnt, zumal einige nukleare Einrichtungen eine potenzielle Quelle für radioaktive Jodisotope darstellen. Forscher aus Belgien gingen der Frage nach, ob in der Nähe belgischer Kernkraftwerke ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkarzinome besteht (Thyroid 2014; 24: 906-917).

In Belgien wird die Inzidenz maligner Erkrankungen in einem eigenen Krebsregister erhoben, bis zu den einzelnen Kommunen. Für die flämischen Regionen konnten die Daten der Jahre 2000 bis 2008 ausgewertet werden, für die wallonischen Regionen und Brüssel für die Jahre 2004 bis 2008, heißt es in einem Literaturreport auf www.infoline-schilddrüse.de. Als Umgebung einer Nukleareinrichtung wurde ein Radius von 20 km angenommen. Berechnet wurde die Standardized Incidence Ratio (SIR) und das Regressionsmodell nach Poisson (rate ratios, RR).

Die Ergebnisse: Für den Standort Doel ergab sich ein signifikant vermindertes Risiko für das Auftreten von Schilddrüsenkarzinomen, für Tihange ein tendenzieller, jedoch nicht signifikanter Effekt. Ein signifikant erhöhtes Risiko fand sich für die Standorte Mol-Dessel und Fleurus. Für das bereits in Frankreich gelegene, aber grenznahe Kernkraftwerk Chooz ergab sich allerdings kein signifikanter Einfluss.

Zusammenfassend heißt es, dass die Autoren in der Nähe von Kernkraftwerken keine signifikante Zunahme der Inzidenz von Schilddrüsenkarzinomen feststellen konnten. Da es sich bei Fleurus und Mol-Dessel um Einrichtungen handelt, die sowohl industrielle als auch wissenschaftliche Aktivitäten vorhalten, kann ein hierdurch bedingter zusätzlicher Einfluss nicht ausgeschlossen werden. (eb)

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