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Onkologie

Cannabis beliebt bei Krebspatienten

Gut ein Viertel der Krebspatienten in den USA vertraut auf Cannabis, um Schmerzen, Appetitlosigkeit oder Übelkeit loszuwerden.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Ein Großteil der befragten Krebspatienten wünschte sich mehr Informationen zu Cannabis.

Ein Großteil der befragten Krebspatienten wünschte sich mehr Informationen zu Cannabis.

© Atomazul / stock.adobe.com

SEATTLE. Seit März dieses Jahres darf Cannabis zu medizinischen Zwecken auch den deutschen Patienten verschrieben werden. Über die Wirkungen der Droge wird viel spekuliert. Doch darüber, was Cannabis zum Beispiel für Krebspatienten tatsächlich bringt, liegen nur wenige Daten vor.

Cannabis soll den Appetit anregen, Übelkeit bekämpfen und Schmerzen lindern – das sind nur einige der nützlichen Effekte, die sich Krebspatienten und ihre Ärzte vom Cannabiskonsum versprechen. Die Datengrundlage für den Nutzen der Substanz bei Tumorerkrankungen ist allerdings unzureichend. Zudem gibt es Bedenken, die die Sicherheit des Einsatzes bei immunsupprimierten Patienten betreffen.

Verbreiteter Konsum...

Ein Forscherteam um Steven Pergam vom Zentrum für Krebsforschung in Seattle hat die Häufigkeit des Cannabiskonsums unter Krebspatienten untersucht und auch nach den Gründen sowie den Wirkungen des Rauschmittels gefragt. 926 Patienten mit unterschiedlichen bösartigen Tumoren schlossen die Befragung ab.

Das Krebsforschungszentrum liegt im US-Bundesstaat Washington. Der medizinische Einsatz von Cannabis ist dort seit 1998 erlaubt, und seit 2012 ist der Konsum davon vollständig freigegeben. Seit 2014 kann Cannabis dort legal im Handel gekauft werden.

Entsprechend verbreitet war der Konsum unter den befragten Krebspatienten. 24 Prozent bezeichneten sich als aktive Anwender. Drei von vier Konsumenten gaben an, mindestens einmal wöchentlich zu Cannabis zu greifen. 56 Prozent der aktiven Anwender taten dies täglich, 31 Prozent mehrfach am Tag. Die Befunde von Urinproben der Patienten deckten sich mit den Angaben (Cancer 2017; online 25. September).

... vor allem gegen Schmerzen

Je 70 Prozent rauchten oder schluckten das Cannabis, 40 Prozent führten sich die Droge auf beiden Wegen zu. 75 Prozent nahmen Cannabis wegen körperlicher Beschwerden, vor allem gegen Schmerzen, Übelkeit und mangelndem Appetit.

Fast genauso viele, nämlich 63 Prozent, bekämpften damit neuropsychiatrische Symptome wie Stress und Depressionen oder versuchten, mithilfe von Cannabis besser mit ihrer Krankheit fertig zu werden und die Stimmung zu verbessern. 35 Prozent wollten sich mit Cannabis entspannen. Und 26 Prozent glaubten, die Droge helfe bei der Krebstherapie. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass die Legalisierung von Cannabis die Einnahme für sie wahrscheinlicher gemacht habe.

Fast alle Patienten wünschten sich Informationen über Cannabis von ihren Ärzten und anderen onkologischen Betreuern. Aber weniger als 15 Prozent bezogen ihr Wissen aus diesen Quellen. Und nur acht Prozent sagten, keine weiteren Erkenntnisse über Cannabis zu benötigen.

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