Ärzte Zeitung online, 11.10.2018

Krebs / Prävention

Gen-Analyse zur Optimierung der Therapie

Die Uniklinik Charité und die TK haben ihren Präventionsmedizin-Vertrag erweitert. An Krebs erkrankte Frauen können von einer Genomanalyse profitieren.

BERLIN. Frauen mit wiederkehrendem Eierstock-, Eileiter- oder Bauchfellkrebs können in Berlin ab sofort von computergestützten Genomanalysen bei der Therapieentscheidung profitieren. Die Berliner Uniklinik Charité und die Techniker Krankenkasse haben ihren bestehenden Vertrag zur Präventionsmedizin entsprechend erweitert. Bislang umfasste er die Behandlung von bestimmten Tumoren bei Kindern und Jugendlichen.

Eine computergestützte Datenanalyse soll nun auch Frauen mit den genannten Krebserkrankungen besser gezielte Therapien ermöglichen, wenn vorherige Therapien keinen Erfolg brachten. Dazu wird das Genom des Tumors systematisch sequenziert und auf Grundlage weltweiter Datensätze und publizierter Studien analysiert.

Die computergestützte Analyse übernimmt die Heidelberger Firma Molecular Health. Sie recherchiert dazu in vielen klassischen und neuen zielgerichteten Therapieformen. Die Ergebnisse bespricht dann die interdisziplinäre Tumorkonferenz der Charité und formuliert daraus eine individuelle Therapieempfehlung.

Die Krebsexperten der Charité begrüßen die Ausweitung des Vertrags. "Wir benötigen dringend derartige Konzepte, wie es nun der Vertrag mit der TK erlaubt, anders lässt sich der weitere und notwendige Fortschritt für unsere Patientinnen nicht erreichen", so Professor Jalid Sehouli, Charité-Klinikdirektor für Gynäkologie und Leiter des Europäischen Kompetenzzentrums für Eierstockkrebs. Nach seinen Angaben gibt es keine Standardtherapien für viele Patientinnen, die bereits erheblich vorbehandelt sind.

Die Berlin-Brandenburger TK-Chefin Susanne Hertzer erwartet von der Vertragsausweitung neue Erkenntnisse über den Nutzen von Gen-Analysen in der Onkologie: "Mit der Ausweitung des Vertrags können mehr Informationen darüber gewonnen werden, wie wirksam die Analyse von Tumorgenen ist". Sie hofft, dass passgenaue Therapien dabei helfen, unnötige Behandlungen und Medikationen zu vermeiden. (ami)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »