Ärzte Zeitung App, 11.09.2014

Kommentar zur stratifizierten Medizin

Auf dem richtigen Weg

Von Ilse Schlingensiepen

Auf der stratifizierten Medizin ruhen in der Onkologie große Hoffnungen. In kaum einem anderen Bereich tut sich zurzeit so viel wie bei den mutationsspezifischen Therapien.

Für Kranke sind die neuen Optionen ein bedeutender Fortschritt. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs schneiden die Therapien bei Ansprechrate und Überleben deutlich besser ab als die Chemotherapie.

Zudem erlaubt der molekulargenetische Ansatz, die Patienten herauszufinden, bei denen eine Therapie wahrscheinlich nicht anschlägt. Das kann ihnen viel Leid ersparen.

Wichtig ist, dass diese Fortschritte möglichst vielen Kranken zur Verfügung stehen und nicht nur denen, die das Glück haben, in der Nähe engagierter Ärzte und gut ausgestatteter Kliniken zu wohnen.

Der Ansatz des Kölner Netzwerks Genomische Medizin Lungenkrebs weist in die richtige Richtung. Die Mediziner setzen auf die Bündelung der Diagnostik und die Kooperation mit den Behandlern vor Ort.

Der Zugang zu den neuen Therapien darf auch nicht vom Portemonnaie der Patienten abhängen. Deshalb ist die Initiative der AOK Rheinland/Hamburg zu begrüßen, die als erste Kasse bei ihren Versicherten die molekular-genetische Diagnostik durch das Netzwerk übernimmt.

Hoffentlich bleibt sie damit nicht lange allein.

Lesen Sie dazu auch:
Onkologie: Versorgung der Zukunft in Netzen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »

Rettungsgasse blockieren kostet 320 Euro

Länderkammer verschärft die Bußgeldhöhe, wenn Rettungsgassen nicht beachtet werden. mehr »

Palliativmedizin erfordert Zusatzqualifikation

Die Debatte um die Verpflichtung von Hausärzten zur Zusatzausbildung in Palliativmedizin schlägt hohe Wellen. In der KBV-Vertreterversammlung am Freitag wurde KBV-Vize Hofmeister nun grundsätzlich. mehr »