Ärzte Zeitung, 13.05.2005

Durch adjuvante Therapie weniger Tumorrezidive

Erfolg bei Kolorektal-Ca

MÜNCHEN (sto). Durch eine Operation können nur etwa 70 Prozent der Patienten mit kolorektalem Karzinom im Stadium III und 80 Prozent im Stadium II geheilt werden. Rezidive treten meist innerhalb der beiden folgenden Jahre nach der Operation aufgrund der Metastasierung in andere Organe auf. Durch eine adjuvante Chemotherapie können bei einem Teil dieser Patienten Rezidive verhindert werden.

Darauf hat der Onkologe Dr. Dirk Arnold von der Universität Halle beim Chirurgenkongreß in München aufmerksam gemacht. Allerdings bekommen in Deutschland nur knapp 70 Prozent aller Patienten im Stadium III eine an sich klar indizierte adjuvante Therapie.

Besonders ungünstig sei die Versorgung in Krankenhäusern ohne fachonkologische Betreuung und in chirurgischen Kliniken, sagte Arnold bei einem vom Unternehmen Hoffmann-La Roche unterstützten Symposium.

64 Prozent nach vier Jahren ohne Krankheitszeichen

Zur adjuvanten Behandlung von Patienten nach Operation eines Kolonkarzinoms im Stadium III wurde jetzt das oral zu verabreichende Fluoropyrimidin Capecitabin (Xeloda®) in der Europäischen Union zugelassen (wir berichteten). Capecitabin habe sich in der X-ACT-Studie (Xeloda in Adjuvant Colon Cancer Therapy) im Vergleich zu einer Behandlung mit 5-Fluorouracil (5-FU) und Folinsäure (Leucovorin, LV) als Bolus als besser wirksam und signifikant besser verträglich erwiesen, berichtete Arnold.

In der X-ACT-Studie lebten, wie berichtet, nach einer medianen Beobachtungszeit von fast vier Jahren ohne erneute Krankheitszeichen noch etwas mehr als 64 Prozent der Patienten der Capecitabin-Gruppe im Vergleich zu knapp 61 Prozent in der 5-FU/LV-Gruppe.

Die einzig häufigere dosisabhängige unerwünschte Wirkung war ein Hand-Fuß-Syndrom, das zwar schmerzhaft, aber harmlos und vollständig reversibel ist, wie Arnold berichtete. Haarausfall, Diarrhöe, Stomatitis, Übelkeit und Erbrechen sowie Neutropenien seien unter Capecitabin deutlich seltener als unter einer herkömmlichen intravenösen Chemotherapie.

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