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Neoadjuvante Therapie erhöht Heilungschancen bei Mamma-Ca

HEIDELBERG (bd). Durch eine neoadjuvante Chemotherapie verbessert sich für viele Frauen mit primärem Mammakarzinom die Heilungschance: Bei etwa einem Viertel der so behandelten Patientinnen wird eine feingewebliche, sogenannte pathologische, komplette Remission des Tumors erreicht.

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Die Lebenszeit solcher Frauen - ohne Rezidiv und auch insgesamt - ist deutlich länger als bei jenen mit nur partieller Remission, wie aktuelle Studien ergeben haben.

Ein weiterer Vorteil der neoadjuvanten Therapie ist nach Einschätzung von Privatdozent Dr. Andreas Schneeweiß aus Heidelberg, daß die Wirksamkeit innovativer Therapiekonzepte gut überprüft werden könne. Der Nutzen werde zudem nicht mit einem höheren Risiko an Lokalrezidiven erkauft, wie oft behauptet werde.

Das belegten Studienergebnisse eindeutig, betonte der Heidelberger Onkologe bei einem Symposium zum Thema Gynäkologische Onkologie der Heidelberger Frauenklinik. Ziel müsse es nun sein, durch eine verbesserte Auswahl der Patientinnen, den Anteil der Frauen mit feingeweblichen kompletten Remissionen weiter zu erhöhen.

So sei es nach Angaben von Schneeweiß möglich, mittels Genexpressionsarrays, diejenigen Frauen zu etwa 80 Prozent herauszufiltern, die von einer neoadjuvanten Chemotherapie profitieren, so Schneeweiß bei der vom Unternehmen Lilly Onkologie unterstützten Veranstaltung.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg ist bei bislang knapp 100 Patientinnen ein solches Genexpressionsmuster erstellt worden, mit dem gleich mehrere relevante Tumorcharakteristika auf molekularer Ebene erfaßt werden können.

Genexpressionsmuster macht Therapie noch effizienter

Bei einer ersten, vorläufigen Zwischenauswertung von 50 Patientinnen wurden auf diese Weise 86 Gene charakterisiert und dabei zwei grundlegend unterschiedliche Genmustergruppen identifiziert.

Die Frauen aus beiden Gruppen wurden neoadjuvant chemotherapeutisch behandelt. Das Ergebnis: Vier von fünf Frauen mit einer feingeweblichen, kompletten Remission waren exakt einer der beiden Gruppen zuzuordnen.

Bei dieser Gruppe konnte somit der Erfolg der neoadjuvanten Therapie von einem Viertel auf 80 Prozent gesteigert werden, wie Schneeweiß berichtet hat. Auch die Ergebnisse der Datenauswertung von fast 100 Patientinnen, die demnächst bei einer US-amerikanischen Onkologen-Tagung vorgestellt werden, sähen "sehr gut" aus, so Schneeweiß.

Als derzeitige Standardmedikation zur primären Chemotherapie bei Frauen mit Brustkrebs gilt nach Angaben des Onkologen die Anwendung von viermal Doxorubicin oder Epirubicin gefolgt von vier Zyklen mit Docetaxel. Die Therapie sollte am besten in einem Block präoperativ gegeben werden. Von einem Splitting vor und nach der Operation riet Schneeweiß hingegen ab.

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