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Anastrozol als Adjuvans jetzt für mehr Frauen mit Brustkrebs

FRANKFURT AM /MAIN (hbr). Der Aromatase-Hemmer Anastrozol ist jetzt in Deutschland uneingeschränkt zur adjuvanten Behandlung von Patientinnen mit Mamma-Karzinom zugelassen. Damit kann jetzt erstmals ein Präparat dieser Wirkstoffgruppe bei allen hormonrezeptor-positiven, postmenopausalen Frauen zur Erst-Linien-Therapie adjuvant eingesetzt werden.

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Die Erweiterung der Zulassung von Anastrozol (Arimidex®) beruht auf Daten der ATAC (Arimidex Tamoxifen Alone or in Combination)-Studie. An der internationalen Untersuchung beteiligten sich über 9000 Frauen in der Postmenopause mit invasivem Mamma-Karzinom, etwa 1000 dieser Frauen waren aus Deutschland.

Geprüft wurde unter anderem eine fünf Jahre dauernde adjuvante Therapie mit dem Antiöstrogen Tamoxifen oder dem Aromatase-Hemmer Anastrozol nach der Operation, erinnerte Professor Wolfgang Eiermann von der Münchener Frauenklinik des Roten Kreuzes. Aromatasehemmer blockieren die Östrogensynthese. Über 80 Prozent der Patientinnen hatten hormonrezeptor-positive Krebszellen.

Brustkrebs-Rezidive traten bei Behandlung mit Anastrozol nach im Mittel 68 Monaten um 26 Prozent seltener auf als mit Tamoxifen, kontralaterale Brusttumoren sogar nur halb so oft wie mit dem Antiöstrogen. "Tamoxifen bewirkt eine 50prozentige Reduktion der kontralateralen Karzinome, das wissen wir aus Studien.

Mit Anastrozol halbieren sich die Zahlen noch einmal", so der Münchner Gynäkologe bei einer Veranstaltung von AstraZeneca in Frankfurt am Main. Mit Anastrozol überlebten signifikant mehr rezeptorpositive Frauen krankheitsfrei als mit dem Antiöstrogen. Der Unterschied zwischen den Therapiearmen stieg mit der Zeitdauer an.

Die Daten weisen darauf hin, daß man den Aromatasehemmer direkt nach der Operation oder etwa nach einer vorangegangenen Chemotherapie geben sollte, so Eiermann. Denn zwei Drittel der Rezidive bei Brustkrebs treten innerhalb der ersten drei Jahre auf, und mit Anastrozol sei die Rückfallrate in dieser Phase niedriger als mit dem Antiöstrogen.

Indiziert ist Anastrozol bei einer Tumorgröße über einem Zentimeter für postmenopausale Frauen mit östrogen- oder progesteronrezeptor-positivem Krebs, sagte Eiermann. Das betrifft mehr als die Hälfte der Patientinnen, hat Professor Walter Jonat von der Universität Kiel betont.

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